Misere auf dem Milchmarkt: Faire Preise, Mengensteuerung und regionales Konzept notwendig

PresseTilo KummerUmwelt

Anlässlich des heutigen "Milchgipfels" in Berlin fordert Tilo Kummer, Landtagsabgeordneter der Fraktion DIE LINKE, kurzfristig machbare Maßnahmen, wie das Schulmilchprogramm oder den Aufkauf von Butter und Magermilchpulver durch die EU für die Entwicklungshilfe. "Aber angesichts der Misere auf dem Milchmarkt stellen diese Maßnahmen zur Unterstützung der Nachfrageentwicklung langfristig keine Lösung zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz der Milchbetriebe dar", fügt Kummer hinzu.

Der Linksfraktionär erinnert in diesem Zusammenhang an Vorschläge der LINKEN, wie Milchmengensteuerung durch die EU und die Absage an eine Milchquotenaufstockung. "Darüber hinaus müssen endlich wirksame Veränderungen am Markt zwischen Produzenten, den Molkereien und Handelsketten organisiert werden. Die Beziehungen müssen transparenter und einer öffentlichen Kontrolle unterzogen werden. Es kann nicht sein, dass die Existenz von Milchbetrieben letzten Endes vom Marktbeherrschen weniger global agierender Handelsketten abhängt", so Kummer weiter.

Es müssten die vergleichsweise geringen eigenen Einflussmöglichkeiten Thüringens voll genutzt werden, indem man beispielsweise die Mittel aus dem Kulturlandschaftsprogramm KULAP ausschöpft und diese insbesondere den Bauern in benachteiligten Gebieten zugute kommen. "Oberstes Gebot muss die Sicherung der Liquidität der Betriebe sein", unterstreicht der Abgeordnete der LINKEN. Darüber hinaus sieht der linke Politiker Chancen in regionalen Wirtschaftskreisläufen. "Gerade in der Ernährungswirtschaft, in der Thüringen einen sehr guten Ruf genießt, müssen diese endlich flächendeckend entwickelt werden."

Der Besucheransturm zum ersten Thüringer Käsemarkt in Hohenfelden habe das Interesse der Thüringer Bevölkerung an einheimischen Produkten unter Beweis gestellt, aber auch, dass es an lukrativen Vermarktungsformen noch mangelt. Anbieter von hochwertigen Milch- und Käseprodukten müssten seitens des Landes, aber auch der Kommunen, weitere Unterstützung für ihre Vermarktungsstrategien erhalten. Das Anbieten von Immobilien für "Frischemärkte unter einem Dach" wäre eine Möglichkeit, wie sie beispielsweise jetzt in Erfurt diskutiert wird. "DIE LINKE wird derartige Initiativen unbedingt unterstützen, weil sie den Bauern und den Verbrauchern helfen", so Kummer abschließend.

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