Neues Kriminalitätsphänomen: Diebstahl von Auto-Katalysatoren

Sascha Bilay

„Ein neues Phänomen der Kriminalität ist der Diebstahl von Katalysatoren an geparkten Autos. Offenbar haben es die Kriminellen auf die seltenen Metalle abgesehen, die in den Katalysatoren verbaut wurden und für die Höchstpreise auf den Weltmärkten gezahlt werden. Früher wurden ganze Autos geklaut – heute sind mitunter nur noch einzelne Bauteile für Kriminelle interessant“, informiert der LINKE-Innenpolitiker im Landtag, Sascha Bilay.

 

Wie aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Landtagsanfrage des Abgeordneten hervorgehe, sind im Jahr 2020 zunächst 49 solcher Fälle polizeilich erfasst worden. Diese Zahl stieg auf 85 Fälle im Jahr 2021 an und erreichte im Jahr 2022 schon 135 Fälle. Allein im Jahr 2023 wurden bis zum Stichtag 21. August schon 195 Fälle erfasst. Die Aufklärungsquote sei in allen Jahren äußerst gering gewesen (2020: 7, 2021: 13, 2022: 11, 2023: 4). Die festgestellten Diebstähle seien nach Auskunft des Innenministeriums zwar landesweit registriert, würden sich jedoch entlang der Autobahnen A4 und A71 als „Schwerpunktregionen“ feststellen. Ob und inwieweit bestimmte Fahrzeugmarken oder Baujahre besonders betroffen seien, gebe die polizeiliche Statistik nicht her. „Dass die Statistik nur sehr ungenaue oder keine speziellen Datenlagen hergebe, ist sicherlich der neuen Kriminalitätsentwicklung geschuldet. Deshalb wird zur besseren Aufklärung dieser Straftaten eine aussagefähige Datenbank benötigt, um auch den Druck auf die Kriminellen zu erhöhen“, erklärt der Innenexperte.

 

Aus Sicht von Bilay sei dies notwendig, um die Halterinnen und Halter der Autos besser zu schützen. Bisher sei es nämlich so, dass die Folgen vollständig auf die Pkw-Halter:innen abgewälzt wurden. Das Innenministerium erklärte auf Anfrage von Bilay, dass der fehlende Katalysator gleich zu mehreren Ordnungswidrigkeiten führen könne. Auf jeden Fall führe der gestohlene Katalysator zum Erlöschen der Betriebserlaubnis. Das Auto dürfe demnach nicht mehr im öffentlichen Verkehrsraum gefahren werden. Auch könne die Nutzung des Autos dazu führen, dass der Versicherungsschutz erlösche. „Betroffene erkennen den Schaden an einem lauten Motorengeräusch. Es ist wichtig, den Diebstahl auf jeden Fall bei der Polizei anzuzeigen, um die Rechte bei der Schadensregulierung zu wahren. Aber auch die Autohersteller sind aufgefordert, durch geeignete Maßnahmen den Diebstahl oder den Weiterverkauf der Katalysatoren zu erschweren. Auch das Parken in beleuchteten Straßen könne helfen“, betont abschließend Sascha Bilay.

 

Die Antwort auf die Anfrage 7/8981 befindet sich im Anhang.

 


 

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