Steigende Zuzahlung ab 2024 zu den Pflegekosten nur ein Tropfen auf den heißen Stein – die Pflege braucht einen Systemwechsel

Ralf Plötner
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Ab dem 1. Januar 2024 wird der Zuschlag der Pflegekassen zu den von Pflegebedürftigen zu tragenden Kosten in vollstationären Pflegeheimen erhöht. Bei einem Aufenthalt in einem vollstationären Pflegeheim bis zu einem Jahr wird die Zuzahlung von 5 auf 15 Prozent erhöht, ab 13 bis 24 Monate wird die Zuzahlung von 25 auf 30 Prozent erhöht. Der pflege- und gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Ralf Plötner, sieht diesen Zuschuss als einen Tropfen auf den heißen Stein: „So lange das Pflegesystem weiterhin auf dem Rücken der Pflegebedürftigen finanziert wird und die Eigenanteile immer weiter steigen, wirken solche vermeintlichen Entlastungen nur kurzfristig als Kostenbremse.“

 

Viele Pflegebedürftige scheuten mittlerweile den Aufenthalt in einem vollstationären Pflegeheim und ließen sich so lange wie möglich zu Hause pflegen. „Das geht zu Lasten der pflegenden Angehörigen“, unterstreicht Plötner.

 

Nach Angaben von Wohlfahrtsverbänden liegt die durchschnittliche Verweildauer in einem Pflegeheim nur noch bei einem Jahr, weil die Bewohnerinnen und Bewohner den Aufenthalt weit hinauszögern und dann relativ schnell versterben. In Thüringen liegt der durchschnittliche Eigenanteil momentan bei 2.304 Euro, der bundesweite Schnitt beträgt 2.610 Euro.

 

„Wir brauchen einen grundlegenden Systemwechsel in der Pflege, der die Bedürftigen und die pflegenden Angehörigen wirklich entlastet. Das bedeutet konkret, dass die Eigenanteile gesetzlich begrenzt werden. Dies kann durch die Einführung einer solidarischen Krankenversicherung erreicht werden, in die alle einzahlen. Der ‘Pflegefall Pflege‘ muss endlich beendet werden“, so Plötner abschließend.

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