Gute Arbeit und eine gerechte Verteilung von Sorgearbeit sind der beste betriebliche Gesundheitsschutz

Lena Saniye Güngör
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Laut dem aktuellen Gesundheitsreport der Krankenkasse BARMER hat sich die Anzahl beruflicher Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen in Thüringen deutlich erhöht. So nahm diese von 2019 bis 2022 um 22 Prozent zu, im Bundesdurchschnitt lediglich um 5 Prozent. Die arbeits- und gewerkschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Lena Saniye Güngör, zeigt sich besorgt über diese Entwicklung:

„Die letzten Jahre sind durch multiple Krisenlagen und den zunehmenden Arbeits- und Fachkräftebedarf geprägt. Gerade letzterer führt zu einer immer weiter ansteigenden Arbeitsbelastung des bestehenden Personals. Dies zeigt sich besonders im Handel und im Gesundheitssektor, wo die meisten Fehltage gezählt wurden. Hier arbeiten die Beschäftigten häufig in prekären Arbeitsstrukturen, in denen ungeplante Schichtwechsel, kurzfristige Personallücken und Wochenendarbeit an der Tagesordnung sind. Umso wichtiger ist deshalb ein umfassender betrieblicher Gesundheitsschutz, der frühzeitige Hilfsangebote für die Mitarbeitenden bereitstellt. Die Unternehmen sollten sich zudem im Besonderen bewusstmachen, dass ein angemessener Personalschlüssel und eine faire Entlohnung als Bestandteile Guter Arbeit zentrale Faktoren für eine gesunde Belegschaft darstellen und Fehltage nachhaltig reduzieren.“

Im Jahr 2021 waren 8,5 Prozent der Thüringer Beschäftigten wegen einer psychischen Erkrankung krankgeschrieben, bei rund 35 Prozent der Erwerbstätigen lag eine Diagnose einer psychischen Erkrankung vor. Viele Berufstätige arbeiten trotz einer psychischen Erkrankung weiter.

„Die Zahlen verweisen auch auf das immer noch vorherrschende Ungleichgewicht der Verteilung von Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern. Frauen sind mit 43 Prozent deutlich häufiger von psychischen Erkrankungen betroffen als Männer mit 28 Prozent. Drei von vier Frauen in Thüringen sind berufstätig, gleichzeitig müssen diese neben ihrer beruflichen Tätigkeit oftmals zum großen Teil alleine den Haushalt führen und Sorgearbeit leisten. Dies führt zu erheblichen Überlastungen, welche sich dann in psychischen Krankheiten ausdrücken. Wir als Linke-Fraktion setzen uns deshalb konsequent für eine gerechte Verteilung von Sorgearbeit ein, denn auch das ist Gesundheitsschutz“, so die Abgeordnete abschließend.

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