Flughafen Erfurt- Weimar zeigt Potenziale

Parlamentsreport

Arbeitskreisbesuch im Flughafen Erfurt-Weimar

Erfurts Flughafenchef Prof. Gerd Stöwer begrüßte beim Besuch des Arbeitskreises Wirtschaft und Infrastruktur die Abgeordneten und Mitarbeitenden der Fraktion DIE LINKE direkt am „Flughafen Erfurt-Weimar“ vor Ort.
Bereits 2020, in der Corona-Pandemie, hatten sich die Abgeordneten Dr. Gudrun Lukin, Andreas Schubert und Knut Korschewsky umfassend über die Entwicklungen informiert. Regionale Flughäfen standen zu dieser Zeit besonders in der Kritik, da die Fluggastzahlen einbrachen und hohe finanzielle Verluste entstanden waren. Nachdem 2020 der Passagierverkehr fast vollständig zum Erliegen kam, war für Prof. Gerd Stöwer der Arbeitsauftrag ganz klar, wie er den Abgeordneten berichtete: den Flughafen Erfurt-Weimar aus der Krise führen und Überleben. Nach fast vier Jahren kann sich das Ergebnis sehen lassen, wie er findet. Mit wichtigen Ersatzgeschäften beispielsweise Sonderfrachten in der Corona-Pandemie, Parkierung von Flugzeugen und dem Ausbau vom Flugzeugwartungsbetrieb kann der Flughafen Erfurt-Weimar punkten. Am Standort sind ungefähr 350 Mitarbeitende beschäftigt und es ist davon auszugehen, dass fast 2000 Arbeitsplätze in der Region indirekt mit dem Flughafen zusammenhängen.
Kritisch sehen die Abgeordneten die hohen jährlichen Zuwendungen des Freistaates. Stöwer und sein Team erklärten den Teilnehmenden die finanziellen Gegebenheiten, nämlich, dass die Zuwendungen von 2024 mit 5.300.000 Euro im Jahr 2027 auf 2.650.000 Euro abschmelzen. Zudem wird den Abgeordneten und Mitarbeitenden erklärt, welche Bedeutung dem Flughafen Erfurt-Weimar als internationalem Verkehrsflughafen zugewiesen wird. Medizinische Produkte und deren Verteilung sowie Ambulanzflüge spielen eine große Rolle. Vielen Menschen werde erst in Notfallszenarien- und -zeiten verdeutlicht, wie viel Wert ein internationaler Flughafen in Krisenzeiten haben kann. Für das Jahr 2024 wird ein starkes Passagierwachstum auf 180.000 Fluggäste erwartet, begleitet von einer neuen Kooperation mit Eurowings nach Palma de Mallorca. An die alten Zeiten mit fast 280.000 Passagieren im Jahr 2017 kann der Flughafen noch nicht wieder anschließen. Aus infrastruktureller Perspektive wäre dies kein Problem. Es besteht also noch Luft nach oben. Während des Besuchs duften die Abgeordneten und Mitarbeitende auch die Hallen mit den neuen Flughafenlöschfahrzeugen kennen und erleben lernen. Mit einer beeindruckenden Demonstration wie das Löschen von Bränden funktioniert, wurde deutlich, was die Sonderfahrzeuge alles können. Bei der Besichtigung des Hangars 901, also der Flughafenwerft, konnten Abgeordnete und Mitarbeitende beobachten, wie drei Maschinen der Fluggesellschaft EasyJet umfangreich gewartet wurden. Neben EasyJet werden auch Unternehmen wie Condor und Ryanair mit ihren Flotten wieder fit gemacht, um Passagiere sicher in den Urlaub zu bringen. Etwa alle zwei Jahren müssen Fluggesellschaften dafür sorgen, dass ihre Maschinen umfangreich gewartet und durchgecheckt werden. In den letzten drei Jahren hat sich die Zahl der Beschäftigten vor Ort verdreifacht. In der Hauptreisezeit sind 85 Mitarbeitende fest angestellt und in der Wintersaison werden aufgrund der hohen Auslastung bis zu 140-160 Mitarbeitende aus ganz Europa beschäftigt. Die Wartung von 250 Flugzeugen pro Jahr allein für EasyJet ist eine beachtliche Leistung, wie die Mitarbeitenden stolz berichteten.  Gleichzeitig steht die Branche vor einem ernsten Problem: dem Arbeitskräftemangel. Dabei handelt es sich nicht nur um einen Mangel an Fachkräften, sondern die Internationalität der Branche führt zu einem starken Wettbewerb um die besten Fachkräfte. Die lange Ausbildungszeit verschärft die Situation zusätzlich. Um die Erweiterung der Zusammenarbeit mit EasyJet zu ermöglichen, bräuchte es nicht nur einen neuen Hangar, sondern mehr qualifizierte Beschäftigte. Deshalb würden die Mitarbeitenden vor Ort auch gern ausbilden, um langfristig mehr Fachkräfte für den Standort zu gewinnen.
Die Bersucher:innen der Fraktion bedankten sich erneut bei Prof. Stöwer und seinem Team für die Möglichkeit des Gesprächs und des intensiven Einblicks vor Ort. Bereits auf der Internationalen Tourismusbörse im März in Berlin stehen weitere Gespräche an.

 

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