Besuch der Internationalen Grünen Woche

Parlamentsreport

Vor der Messehalle protestierten die Bauern mit ihren Traktoren - in der Messe selbst war davon nicht viel zu spüren. Hier ging es wie jedes Jahr um die neuesten und wichtigsten Trends in Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft und Tourismus.
Die politische Delegation des Thüringer Landtages war mit den Abgeordneten des Landwirtschaftsausschusses in Halle 20, um sich einen Überblick und Eindruck von den Lösungsansätzen, Angeboten und Produkten aus Thüringen zu verschaffen und mit den Produzent:innen ins Gespräch zu kommen.

Die deutsche Ernährungsindustrie durchlebt eine äußerst herausfordernde Zeit der multiplen Krisen. Alle müssen weiterhin auf steigende Rohstoff- und Energiekosten reagieren. Gleichzeitig müssen Kapazitäten für Innovationen und Nachhaltigkeit geschaffen werden. Eine Auswahl dieser Innovationen konnten die Besucher:innen in der Thüringen Halle kennenlernen und direkt probieren. Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Die Art und Weise, wie wir uns ernähren, hat Einfluss auf das, was die Landwirtschaft produziert und wie sie es produziert. Wie die Zukunft unserer Ernährung aussieht, entscheiden letztlich die Verbraucherinnen und Verbraucher durch ihr Kaufverhalten. Für die Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE im Agrarausschuss des Thüringer Landtags ist die IGW der agrarpolitische Höhepunkt zu Beginn eines jeden Jahres, denn sie zeigt, dass Landwirtschaft mehr ist als das, was man auf den ersten Blick sieht. Klimaschutz, Artenvielfalt und Ernährungssicherung sind mit der Landwirtschaft verbunden und dürfen nicht als selbstverständlich hingenommen werden. Zudem steigt weltweit die Zahl der Menschen, die Hunger leiden.

Auf der Grünen Woche kann man Lebensmittel riechen, sehen, fühlen, schmecken und genießen. Die Vielfalt der landwirtschaftlichen Erzeugung wird für die Besucher:innen dargestellt und erlebbar gemacht. Die Grüne Woche ist ein Aushängeschild für Thüringen. Hier wird nicht nur aktives Tourismusmarketing betrieben, sondern hier zeigt sich Thüringen in Kombination mit dem Erlebnisraum Thüringen als Land der landwirtschaftlichen Produktion, der Lebensmittelverarbeitung, aber auch der hervorragenden Produkte, die regional hergestellt werden.

Hildburghausen war der Schwerpunktlandkreis der Thüringen-Halle 2024. Ein begehbares Hexenhaus nach dem Vorbild der außergewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeiten, die in Waffenrod auf Abenteuerlustige warten, war ein echter Hingucker und verdeutlichte die Bandbreite, die Thüringen touristisch zu bieten hat. Dem Beispiel der vergangenen Jahre folgend, bot die Thüringen-Halle aber auch allerlei Leckereien, die nicht nur Liebhaber:innen von Bratwurst und Bier auf ihre Kosten kommen ließen.
Damit Thüringen, das auch als Erzeugerland für besondere Fleisch- und Wurstwaren gilt, nicht die Erzeuger und Erzeugerinnen ausgehen, steht der Umbau der Tierhaltung ganz oben auf der Agenda. Nachdem im vergangenen Jahr Ansätze für mehr Tierwohl in der landwirtschaftlichen Tierhaltung vom Stall über den Transport bis zur Schlachtung diskutiert und rege ausgetauscht wurden, konnte in der diesjährigen auswärtigen Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur, Landwirtschaft und Forsten ein Empfehlungspapier der Koalitionsfraktionen und der CDU-Fraktion verabschiedet werden, das die aktuellen Bedarfe aufgreift und für eine bessere Tierhaltung in Thüringen steht.

Die Grüne Woche hat gezeigt, vor welchen Herausforderungen die Landwirtschaft steht. In unserer Arbeit wollen wir Ziele zusammenführen, die auf den ersten Blick widersprüchlich klingen: Ernährungssicherheit, Klimaanpassung, Klimaschutz und zukunftsfähige Betriebe. Das geht nur mit einer sozial-ökologischen Transformation. Über den Weg werden wir in unserer parlamentarischen Arbeit weiter diskutieren, das Ziel fest im Blick.  Wir brauchen pragmatische Lösungen zusammen mit der Landwirtschaft, der Ernährungsbranche und der Gesellschaft.

 

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