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Todesfall bei After-Show-Party in der Schweiz: Weiteres Thüringer Todesopfer rechter Gewalt

Katharina König-Preuss
Katharina König-PreussAntifaschismusPresse

Nach dem gewaltsamen Tod eines 27-jährigen Konzertbesuchers auf einer Aftershow-Party nach einem Konzert der Band „Krawallbrüder“ in der Schweiz fordert Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, eine umfassende Aufklärung der Tat, insbesondere möglicher neonazistischer Hintergründe, sowie die Prüfung einer Anerkennung als Todesopfer rechter Gewalt. „Nach mir vorliegenden Informationen handelt es sich bei dem 27-jährigen Todesopfer um einen jungen Mann aus dem Kyffhäuserkreis in Thüringen. Bisher veröffentlichte Berichte aus der Schweiz machen deutlich, dass erneut neonazistische Gewalt einem Menschen das Leben gekostet hat. Erneut müssen Angehörige und Freunde um einen Menschen trauern, der noch leben könnte.“ König-Preuss spricht den Angehörigen, Freunden und Freundinnen auch im Namen der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag ihr Beileid aus.

 

Der verhaftete mutmaßliche Täter soll ein langjähriges Mitglied des in Deutschland verbotenen neonazistischen Netzwerks „Blood & Honour“ sein. Bereits während des Konzerts sollen Personen mit der Aufschrift „Blood & Honour Zürich“ aufgefallen sein.

 

„Die Umstände der Tat legen einen neonazistischen Hintergrund nahe, der bei den Ermittlungen konsequent berücksichtigt werden muss. Besonders erschütternd ist ein mir vorliegender Augenzeugenbericht, wonach Beteiligte weiter zu ‚Landser‘ getanzt haben sollen, während der junge Mann bereits am Boden lag und versucht wurde, ihn wiederzubeleben. Sollte sich dies bestätigen, offenbart es ein erschreckendes Ausmaß an Menschenverachtung und Gleichgültigkeit gegenüber einem Menschenleben“, so König-Preuss.

 

König-Preuss hofft auf eine lückenlose Aufklärung der Tat durch Schweizer Behörden sowie eine Prüfung in Thüringen, ob der getötete Thüringer als weiteres Todesopfer rechter Gewalt anzuerkennen ist: „Gerade mit Blick auf die Erfahrungen aus dem NSU-Komplex darf ein möglicher rechter Tathintergrund weder übersehen noch verharmlost werden. Entscheidend ist, dass die Schweizer Ermittlungsbehörden die neonazistischen Bezüge, mögliche Tatmotive und die Rolle der anwesenden Personen umfassend untersuchen. Es stellt sich aufgrund langjährig bekannter Verbindungen zwischen Schweizer und Thüringer Neonazis auch die Frage, inwieweit der mutmaßliche Täter bereits in Thüringen strafrechtlich in Erscheinung getreten ist.“ Die Abgeordnete hat deswegen eine Kleine Anfrage an die Thüringer Landesregierung eingereicht, um zu klären, welche Erkenntnisse der Landesregierung vorliegen, welche Schritte zur Aufklärung sowie zur Prüfung einer Anerkennung als Todesopfer rechter Gewalt unternommen werden. „Die Angehörigen haben ein Recht auf Aufklärung, und die Gesellschaft hat ein Recht darauf, dass rechte Gewalt als solche benannt und ihre Strukturen offengelegt werden.“

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