König-Preuss erstattet Strafanzeige gegen Thorsten Heise und weitere Personen
Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus und Antirassismus der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag hat am heutigen Tag Strafanzeige gegen Thorsten Heise, seine Ehefrau sowie weitere Personen wegen des Verdachts auf Betrug, Freiheitsberaubung, Unterschlagung und weiterer möglicher Delikte erstattet. Hierzu erklärt die Abgeordnete: „Das Ausmaß der Neonazi-Clankriminalität um Thorsten Heise nimmt immer größere Dimensionen an. Durch eine Veröffentlichung der antifaschistischen Rechercheplattform EXIF steht der Verdacht im Raum, dass Thorsten Heise eine vermutlich demente 90-jährige Frau aus einem Pflegeheim in Schweden nach Deutschland mitnahm, ohne die Einrichtung zu informieren, geschweige denn ihre Medikamente oder auch Reisepass mitzunehmen. In Deutschland änderte die kognitiv stark beeinträchtigte Frau, die laut ihr nahestehender Personen ‚nicht mehr in der Lage [war], einen Zettel zu unterschreiben, (...)‘ dann ihr Testament und setzte die Heises als Erben ein. Unter anderem aus diesen Gründen habe ich deshalb heute Anzeige gegen Thorsten Heise erstattet.“
„Nach veröffentlichten und vorliegenden Informationen reiste das Ehepaar Heise im März 2022 nach Schweden, um die 90-jährige Nationalsozialistin Birgitta W. in einem Pflegeheim zu besuchen. W. soll zu diesem Zeitpunkt erheblich kognitiv beeinträchtigt gewesen sein, was durch Untersuchungen, ärztliche Hinweise und Aussagen aus ihrem Freundeskreis belegt werden kann. Im Rahmen dieses Besuchs wurde Birgitta W. offenbar aus dem Pflegeheim mitgenommen und ohne Information der Einrichtung nach Deutschland verbracht. Persönliche Gegenstände, Medikamente sowie ihr Reisepass verblieben nach bisherigen Erkenntnissen in Schweden. Das Pflegeheim meldete sie daraufhin als vermisst. In Deutschland soll W. offenbar weitgehend von Außenkontakten abgeschirmt worden sein. Am 5. Mai 2022 wurde bei einem Notar – laut EXIF-Recherche ein burschenschaftlicher ‚Bundesbruder‘ – ein Testament erstellt, welches die Heises als Alleinerben des Vermögens von Birgitta W. in Höhe von etwa 1 Million Euro einsetzt. Angesichts der vorliegenden Unterlagen bestehen erhebliche Zweifel an der Testierfähigkeit von Birgitta W. zu diesem Zeitpunkt. Nach ihrem Tod am 01. April 2023 wurde das Testament eröffnet und Vermögenswerte (Immobilien, Konten etc.) auf die Heises übertragen und teilweise veräußert. Alle diese Vorgänge ergeben sich aus einer Vielzahl von Unterlagen und waren 2024 schon Gegenstand der Berichterstattung im schwedischen Magazin ‚EXPO‘“, so König-Preuss weiter.
„Die Liste der Vorwürfe gegen Heise wird damit erneut um mögliche erhebliche Straftaten aber auch moralisch niederträchtige Verhaltensweisen erweitert. Es macht wütend, dass dabei der Eindruck entsteht, dass die lokalen Sicherheits- und Justizbehörden sich von so einer Person auf der Nase herumtanzen lassen. In der Zusammenschau der einzelnen Vorwürfe wird dabei etwas sichtbar, was die antifaschistische Rechercheplattform EXIF zurecht als ‚System Heise’ bezeichnet. Heise kann scheinbar ungestört in und um Fretterode agieren, sein Herrschaftsanspruch wird durch Polizei und Justiz kaum oder nicht in Frage gestellt. Wird diese Parallelgesellschaft gestört – etwa durch journalistische Recherche – kann Heise mit großem Verständnis selbst für Gewaltexzesse gegen Journalist*innen rechnen. Die von Heise in seinem örtlichen Umfeld errichtete Ordnung scheint staatlicherseits geduldet zu werden, solange sie geräuschlos bleibt. Geschützt ist er somit auch gegen Störungen durch Journalismus oder politische Interventionen. Dieses ‚System Heise’ muss ein Ende finden, und zwar jetzt. Mit der heute von mir gestellten Anzeige wird den zuständigen Behörden erneut eine Möglichkeit hierzu gegeben“, so die Abgeordnete abschließend.
[1] Die ganze Recherche ist unter https://exif-recherche.org/?p=12633 zu finden [2] https://expo.se/fordjupning/den-sista-viljan-sa-fick-terrornazisterna-ett-svenskt-arv/

