Deindustrialisierung in Thüringen setzt sich fort
Christian Schaft, Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, und Andreas Schubert, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion, nehmen die Schließungen zweier weiterer Betriebe aus der Automotive-Branche in Nobitz und Sonneberg zum Anlass, an die Landesregierung zu appellieren: „Zwei weitere Industriebetriebe in Thüringen sollen schließen. Wieder drohen tarifgebundene Arbeitsplätze in Thüringen wegzufallen. Das Arbeitsplatzsterben setzt sich ungebremst weiter fort in Thüringen. Die im letzten Jahr im Haushalt eingestellten Mittel zur Rettung von Arbeitsplätzen sind immer noch nicht verfügbar. Es ist für uns nicht nachvollziehbar, warum das Wirtschaftsministerium so lange braucht, die Mittel zur Verfügung zu stellen. Im Schlafwagen oder mit der ruhigen Hand setzt sich die Pandemie der Deindustrialisierung in Thüringen fort.“
Schaft fordert die CDU-geführte Landesregierung auf, endlich tätig zu werden: „Während in der Staatskanzlei das Lebensgefühl der Thüringer und Thüringerinnen nur als Marketingstrategie verstanden wird, brauchen die Beschäftigten Entlastung statt Druck. Die Landesregierung sollte die drohenden Betriebsschließungen ernst nehmen und den Transformationsfonds mit den Mitteln zur Rettung von Arbeitsplätzen dringend zur Priorität machen, anstatt weiterhin am Spielfeldrand zu stehen und wegzuschauen, wenn Konzernleitungen ein grobes Foul begehen.“
Schubert betont, dass das Problem seit Langem bekannt ist, da Gewerkschaften bereits seit Monaten vor dieser Lage warnen: „Die IG Metall hatte sich vor nun bald einem ganzen Jahr mit einer Warnung an die Öffentlichkeit gewandt und vor dem Wegfall von bis zu 10.000 Arbeitsplätzen allein in der Automotive-Branche gewarnt. Seitdem werden nahezu wöchentlich drohende Betriebsschließungen bekannt. Welche Pläne die Landesregierung verfolgt, um diesen Entwicklungen Einhalt zu gebieten, ist völlig unklar.“

