Skandal um Dioxin: Fraktion DIE LINKE fordert umfassend Aufklärung
Der Abgeordnete Tilo Kummer, in der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag zuständig für Landwirtschaftspolitik, fordert eine lückenlose Aufklärung der aktuellen Dioxin-Affäre. Schließlich ist auch ein Thüringer Betrieb davon betroffen, indem er - sicher im Vertrauen auf Unbedenklichkeit - belastetes Futter aus Sachsen-Anhalt an Schweine verfüttert hatte.
„Die Informationspolitik der Landesregierung zum Dioxinfall ist derzeit katastrophal“, kritisiert der Agrarpolitiker. „Auf keiner Internetseite der zuständigen Ministerien sind aktuelle Verbraucherinformationen zu finden. So kann das Vertrauen in die Politik nicht gestärkt werden.“ Deshalb fordert er die Landesregierung zu einer sofortigen umfassenden Aufklärung der Thüringer Bürger darüber auf, wie viele belastete Futtermittel tatsächlich in Thüringen und in welchen Regionen landeten und wie die Gefährdungslage eingeschätzt wird. Sollte dies nicht in Kürze stattfinden, wird die Fraktion Sondersitzungen der Ausschüsse für Landwirtschaft sowie Soziales, Familie und Gesundheit beantragen.
Im Übrigen würden sich am Beispiel des Dioxin-Skandals die Schattenseiten der Globalisierung offenbaren: „Ein schwarzes Schaf wird zwar als Verursacher des Skandals ausfindig gemacht. Deutschland-, EU- oder oft weltweite Transporte von Nahrungs- und Futtermitteln können aber in Windeseile unsägliche Auswirkungen auf viele Partner in der gesamten Kette haben“, so Tilo Kummer.
Der Abgeordnete der LINKEN weist in diesem Zusammenhang auf eine kürzlich eingereichte Große Anfrage zur Ernährungswirtschaft in Thüringen hin, in der u. a. genau diese Fragen der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit aufgeworfen wurden.
Thüringen hätte in den letzten Jahren Fortschritte in der Überwachung und Kontrolle von Lebensmitteln und Futtermitteln erreicht. Dies sei lobenswert, trotzdem zeige der aktuelle Fall, dass es immer noch Lücken gibt. Wo diese zu finden seien, müsse uneingeschränkt geklärt werden.
