Güngör: Gesundheitskompetenz ist Gerechtigkeit
„Gesundheitskompetenz heißt: Menschen dürfen im Gesundheitswesen nicht allein gelassen werden, nicht mit einem Schilderwald aus Zuständigkeiten, nicht mit Informationsflut, nicht mit Wartezeiten, die jede gute Entscheidung unmöglich machen. Wer hier den Überblick verliert, ist nicht ‚selbst schuld‘. Das ist ein Strukturproblem. Und Strukturprobleme löst man politisch.“ sagt Lena Saniye Güngör, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, anlässlich der heutigen Beratung des Antrags „Gesundheitskompetenz stärken – Patientensteuerung im Gesundheitssystem verbessern“ (Drucksache 8/1211) ihrer Fraktion, der zur weiteren Beratung in den zuständigen Fachausschuss überwiesen wurde.
Laut der Abgeordneten macht der Antrag deutlich: Gesundheitskompetenz ist eine Frage der Gerechtigkeit. Denn wer weniger Geld, weniger Zeit, weniger Zugang zu Bildung oder wer Sprachbarrieren hat, trägt im Alltag ein höheres Risiko, an Informationen zu scheitern und damit an Versorgung. Dazu erklärt Güngör: „Wenn wir über ‚Patientensteuerung‘ reden, dürfen wir nicht über Kontrolle reden. Wir müssen über Orientierung reden und zwar so, dass daraus keine neue Hürde wird und keine versteckte Selektion. Ziel ist ein System, das verständlich ist, das unterstützt, und das Patient:innenrechte stärkt, statt Verantwortung nach unten abzuwälzen.“
Die Fraktion Die Linke fordert deshalb eine Landesstrategie Gesundheitskompetenz, die bei Kindern und Jugendlichen beginnt und digitale Gesundheitskompetenz mitdenkt. Durch den Antrag sollen Gesundheitsbildung in Kindergarten und Schule verankert, niedrigschwellige Angebote für Erwachsene ausgebaut, aufsuchende und gemeinwesensorientierte Ansätze gestärkt und die Maßnahmen regelmäßig evaluiert werden sowie dem Landtag darüber berichtet. Hierzu betont Güngör abschließend: „Unser Maßstab ist simpel: Menschen brauchen Zeit, Verständlichkeit und Hilfe zur richtigen Stelle. Es braucht nicht noch mehr Formulare, noch mehr Apps und noch mehr Druck. Gesundheit ist ein Recht, kein Hindernisparcours.“

