Zur Thüringer Erklärung zum Sommersemester 2020
Bezugnehmend auf die veröffentlichte gemeinsame Erklärung zum Sommersemester 2020 der Thüringer Hochschulen und des Thüringer Wissenschaftsministeriums stellt Christian Schaft, wissenschaftspolitischer Sprecher der Thüringer Linksfraktion, fest: „Es ist ein wichtiges Signal, dass sich die Hochschulen und das Land auf gemeinsame Rahmenbedingungen für das Sommersemester 2020 geeinigt haben. Nachdem bereits ein Härtefalldarlehen für Studierende auf den Weg gebracht wurde, begrüße ich es, dass auch ein Sonderfond ‚HochschullehreDigital-Extra‘ im Umfang von 2,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt wird, um die Hochschulen gezielt bei digitalen Lehrangeboten zu unterstützen.“
Ebenfalls sei es wichtig, dass die Hochschulen und das zuständige Ministerium versichern, dass durch die pandemiebedingte Sondersituation für Studierende keine Nachteile entstehen sollen und ein einheitlicher Zeitrahmen für das Semester abgesteckt wird. Schaft verweist aber auch darauf, dass weiter viele Fragen der Studierenden und Beschäftigten offen bleiben: „Wie der Mehraufwand zur Umstellung der Lehre auf Onlineformate bei der Lehrverpflichtung berücksichtig wird, Lehrbeauftragte bei Ausfall von Veranstaltungen vergütet werden, ob befristete Verträge pandemiebedingt verlängert werden oder warum Anwesenheit von Studierenden bei bereits laufenden Onlineformaten erwartet wird, obwohl das Hochschulgesetz diese nicht vorsieht - das sind nur einige von vielen offenen Fragen, die mir Studierende und Beschäftigte stellen“, so der Abgeordnete. Die gemeinsame Erklärung sollte daher vom Land mit konkreten Regelungen und Verfahrenshinweisen untersetzt werden. Dazu brauche es eine Beteiligung aller Gruppen auf Augenhöhe.
„Wenn die Hochschulen um Verständnis bitten, dass nach wie vor viele - vor allem organisatorische Fragen - offen sind, verstehe ich das. Aber dann muss dieses Verständnis auf Gegenseitigkeit beruhen und auch Lehrenden und Studierenden entgegenbracht werden, die Fragen haben und vor beruflichen wie existenziellen Herausforderungen stehen. Um alle Statusgruppen mitzunehmen ist es daher wichtig und notwendig, Studierendenvertretungen und Personalräte aktiv in die Arbeit der Krisenstäbe einzubeziehen“, betont Schaft abschließend.

