Wolf: Unverständnis zu vorschnellem Urteil zum Erdfall in Tiefenort
Kritisch bewertet die Umweltpolitikerin der LINKEN, Katja Wolf, die Feststellung der Landesregierung, der Erdfall in Tiefenort wäre ein rein natürliches Ereignis. "Am Freitag hat man im Umweltausschuss des Landtages noch erklärt, dass wesentliche Untersuchungen, unter anderem eine Tiefenbohrung zum Ausgangspunkt des Erdfalls in 250 m Tiefe, noch nicht durchgeführt wurden. Ohne die Auswertung dieser wichtigen Untersuchungen kann aus meiner Sicht keine abschließende Bewertung des Geschehens erfolgen!"
Die Abgeordnete verwies in diesem Zusammenhang nochmals auf die der Fraktion DIE LINKE vorliegenden Erkenntnisse zur Versenkung von mehreren Millionen Kubikmetern Kali-Abwässer in der Nähe des Erdfallgeschehens. Als einen weiteren Kritikpunkt führt die Linksfraktionärin die Anweisung der kommunalen Behörden auf, eine Statikprüfung der in Erdfallnähe evakuierten Häuser durchzuführen. "Diese Prüfung kann zu falschen Ergebnissen führen, da sie Vorgänge in 250m Tiefe nicht bewerten kann!"
Die Abgeordnete sieht die Gefahr, dass Bewohner aufgefordert würden, ihre Häuser wieder zu beziehen, wenn sie bisher durch den Erdfall noch nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden. "Damit entstehe keine Sicherheit vor künftigen Ausweitungen des Kraters", sagt Frau Wolf. Schon in der Vergangenheit hätten sich Bürger an Behörden gewandt und auf Rutschgeräusche im Untergrund unter ihren Häusern hingewiesen. "Ängste wurden zu lange ignoriert und können durch oberflächliche Untersuchungen nicht beseitigt werden!", stellt die Abgeordnete der LINKEN fest.
Die Abgeordnete hofft auf schnelle Übergabe der Gutachten der Landesregierung an den Landtag. "Wir wollen uns selbst ein Bild von den Ergebnissen machen. Nur eine umfassende Betrachtung des Geschehens in Tiefenort unter Berücksichtigung der Bergbauhistorie und Analyse der Gründe für die Lösungsvorgänge in 250m Tiefe kann Sicherheit für die Anwohner schaffen!", so Wolf abschließend.
