Unsensibler und verängstigender Umgang mit Flüchtlingen aus Katzhütte
"Dass das Lager für Flüchtlinge in Katzhütte heute endgültig geschlossen wird, war längst überfällig. Die Art und Weise, wie das das geschieht, ist allerdings ein weiterer Beleg für den unsensiblen Umgang mit Menschen", so Sabine Berninger, migrationspolitische Sprecherin der Landtagfraktion DIE LINKE.
Nachdem es am Montag offensichtlich zu Sachbeschädigungen in der Einrichtung in Katzhütte gekommen sei, "wurde kurzerhand angeordnet, dass alle Flüchtlinge am heutigen Tag auf andere Einrichtungen in Thüringen verteilt werden. Die Flüchtlinge wurden in diese Entscheidung nicht einbezogen, Verlassensgenehmigungen wurden nicht mehr erteilt, den Flüchtlingen wurde ein Tag zum Packen ihrer Sachen eingeräumt und ihnen ist bis zuletzt unklar, wo und mit wem sie zukünftig leben werden. So wurden Flüchtlinge, die ohnehin nicht mit einem sicheren Aufenthalt leben, zusätzlich verunsichert und verängstigt", kritisiert Berninger.
Die Ankündigung, dass im September bei Neueröffnung einer wohnungsähnlichen Unterbringung in Saalfeld die jetzt in Thüringen verteilten Flüchtlinge wieder einen Umverteilungsantrag nach Saalfeld stellen könnten, offenbare, dass in Katzhütte untergebrachte Flüchtlinge behördlichen Entscheidungen vollständig ausgeliefert seien. Berninger bezweifelt, dass einer der so behandelten Menschen freiwillig wieder in den Landkreis zurückkehren wolle.
"Die Landrätin entledigt sich offensichtlich einer unliebsam gewordenen Verantwortung. Dies darf aber nicht auf dem Rücken der Flüchtlinge geschehen", macht Sabine Berninger abschließend deutlich.
