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Thüringer Kulturforum - nur Alibiveranstaltung für mangelhaftes Regierungshandeln?

"Wir brauchen eine glaubhafte Diskussion zur Bedeutung von Kultur in Thüringen. Das Leitbild Kultur darf weder zum Lightbild noch zum Leidbild verkommen", warnt die kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Dr. Birgit Klaubert.

Die Diskussion komme reichlich spät, so die Abgeordnete, die mit Blick auf das erste Thüringer Kulturforum betont, dass "eine Alibiveranstaltung keinem hilft". In der heutigen Pressekonferenz sei Minister Matschie über Ankündigungen nicht hinaus gekommen. Klaubert wörtlich: "Wir brauchen keine weitere Aufzählung und Würdigung der kulturellen Vielfalt. Ein Leitbild muss die Investitionen des Landes für seine Kultur klar beschreiben. Es muss deutlich gesagt werden, wohin sich die Kultur in Thüringen entwickelt und auf welchen finanziellen Grundlagen."

Kultur dürfe nicht nach Kassenlage stattfinden. Insbesondere die Kommunen müssten in die Lage versetzt werden, ihre "freiwilligen" Kulturaufgaben zu erfüllen. "Dafür braucht es auch neue Konzepte. Ein ‚Kulturlastenausgleich', der alle Kommunen und Landkreise einbezieht, wäre ein Einstieg in ein zu entwickelndes Kulturfördergesetz für Thüringen", so die LINKE-Politikerin weiter.

"Ob das 1. Kulturforum diesem Anspruch gerecht wird?", hinterfragt Birgit Klaubert. "Wir brauchen keine Alibiveranstaltungen unter dem Deckmantel der Ideensammlung mit bereits vorformulierten Statements und Willensbekundungen der Landesregierung. Und ob Michael Schindhelm (derzeit Hongkong) zur Lichtgestalt am Konzeptionshimmel Thüringer Kultur taugt, bleibt auch fraglich."

Theater und Orchester warteten längst auf deutliche Zeichen, wie es mit ihnen in gut zwei Jahren weitergehe. "Konkreten Gesprächen zur finanziellen Absicherung der Häuser, die jetzt geführt werden müssen, darf sich der Minister mit Verweis auf ein noch zu entwickelndes Konzept nicht entziehen", so Frau Dr. Klaubert abschließend.

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