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Thüringer Bildungssymposium: Fast die Hälfte aller Vorträge und Workshops fallen aus!

"Angesichts der blamabel hohen Anzahl an Ausfällen und Absagen scheint das von Bildungsminister Matschie euphorisch angekündigte Bildungssymposium bei Wissenschaftlern und Praktikern auf viele Vorbehalte zu stoßen" vermutet Michaele Sojka, Sprecherin für Bildungspolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag.

Bereits beim ersten Blick auf das aktuelle Programm des morgen in Erfurt stattfindenden Bildungssymposiums unter www.bildungssymposium.de fällt der immer wieder auftauchende Schriftzug "fällt aus" ins Auge. 78 der insgesamt 160 angekündigten Vorträge und Workshops (49 Prozent) sind abgesagt. Darunter sind eben so brisante wie aktuelle Themen wie die Beschäftigung mit der Frage "Lassen sich Amokläufe an Schulen verhindert" (Referenten sind Beamte des Kulturministeriums und ein Polizeipsychologe) oder Referate von Wissenschaftlern zur viel beschworenen Neuen Lernkultur in den Kommunen (nelecom). Auch zu solch wichtigen und von der Landesregierung verfolgten bildungspolitischen Themen wie der gemeinsame Unterricht von Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf sind dem vom Bildungsministerium organisierten Symposium namhafte Referenten abhanden gekommen. Ein Vortrag zu der von Schulen so dringend eingeforderten Schulsozialarbeit in Regelschulen und Förderzentren ist ebenfalls mit dem Vermerk "fällt aus" versehen.

Für die Bildungsexpertin der LINKEN ist die Diskrepanz von anwachsender Teilnehmerzahl einerseits und extrem hoher Ausfallquote bei den Referaten andererseits "ein Hinweis für die wachsende Verunsicherung vor Ort bei gleichzeitiger Resignation der Experten". Frau Sojka weiter: "Das von Herrn Matschie so oft beschworene Mitnehmen und Einbeziehen aller mit Bildungsfragen befassten Personen sollte andere Folgen haben als das Davonlaufen von Bildungsexperten und Bildungsverantwortlichen."

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