Thüringen zum Vorreiter des Energiewandels machen!
Den Atomausstieg nutzen und ihn mit einer radikalen Energiewende verbinden - das forderten auf der Energiekonferenz der Linksfraktion in den Stadtwerken Erfurt Experten aus der Wirtschaft und der Wissenschaft, Politiker von Bundes-, Landes- und Kommunalparlamenten, aber auch Vertreter von Umweltverbänden und kommunalen Energieunternehmen.
Anhand des Energiekonzepts der Linksfraktion mit dem Titel „<media 4117 - external-link-new-window>Energierevolution statt grüner Kapitalismus. Thüringen sozial-ökologisch erneuern</media>“ berieten die Teilnehmer des Energietages Möglichkeiten, eine sozial-gerechte und nachhaltige Energiewende auf den Weg zu bringen. „Die Energieversorgung der Zukunft ist regenerativ, regional und zwingend dezentral“, sagt Bodo Ramelow, Vorsitzender der Linksfraktion. Der Ausstieg aus der Atomenergie müsse als Einstieg in die eigene Energieproduktion vor Ort genutzt werden. Der Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Ralph Lenkert, stellte das Konzept der Bundestagsfraktion vor. Das Ziel sei, bis 2014 aus der Atomproduktion komplett auszusteigen. Ohne Kaltreserve und ohne Hintertür!
Das Ziel der Thüringer LINKEN sei, unser Bundesland bis 2040 unabhängig von Stromimporten zu machen. Dafür müssten Ressourcen, die jetzt schon zur Verfügung stehen, neben den natürlichen Energiequellen, aber auch die vorhandenen Stromnetze, sinnvoller, intelligenter und mit einer höheren Effizienz genutzt werden. „Wir wollen, dass das Thüringer Netz zu 100 Prozent in das Eigentum der Thüringer Kommunen übergeht“, bekräftigt Ramelow.
Mit Blick auf energetische Gebäudesanierung forderte Bodo Ramelow eine Energie-Agentur als direkt Anlaufstelle für Verbraucher. An diese Servicestelle sollten sich sowohl Mieter als auch Hausbesitzer mit Stromrechnungen, Angeboten und Verträgen wenden können. „Wir brauchen Beratung aus einer Hand und keinen Dschungel von verschiedenen Anlaufstellen“, sagte Ramelow und unterstrich, dass künftig Unterstützungsangebote für Möglichkeiten des Energiesparens unerlässlich seien. Die Nutzung energiesparender und dadurch oftmals teuerer Geräte sollte durch Genossenschaftsmodelle auch für einkommensschwächere Menschen nutzbar werden.
Der Vorsitzende der LINKEN-Fraktion machte auch während seiner Rede immer wieder darauf aufmerksam, dass der Umbau der Energieversorgung „nicht losgelöst von sozialer Gerechtigkeit gesehen werden darf!“ Mit einem sozial-blinden ökologischen Umsteuern werde lediglich erreicht, dass eine neue Form der Armut entsteht: die Energiearmut.
„Energie muss im globalen Maßstab für alle nutzbar gemacht und bezahlbar gehalten werden“, fordert Ramelow. Daher setze das Energiekonzept der LINKEN auf ein bezahlbares, nachhaltiges und Energiearmut vermeidendes ökologisches Umsteuern. Die Konferenz habe das von der Fraktion vorgelegte Energiekonzept als den richtigen Weg bestätigt. „Auf dieser Basis werden wir nun Initiativen zur Umsetzung in den Landtag einbringen“, kündigt Ramelow an.
