Stromautobahn nicht absegnen – Verfahren aussetzen!
Nach den heute beendeten Erörterungsterminen zur geplanten 380 kV-Höchstspannungstrasse erklärt Petra Enders, Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: „Bürgerinnen und Bürger, Naturschutzverbände und Kommunen haben sich erneut klar gegen den Neubau gigantischer Hochspannungsleitungen ausgesprochen und deutlich gemacht, dass die geplante Stromautobahn durch den Thüringer Wald ein Relikt einer Energiepolitik aus der Vergangenheit ist.“
Die Abgeordnete fordert auch im Namen der Interessengemeinschaft „Achtung Hochspannung“ das sofortige Aussetzen des Verfahrens. „Solange nicht technische Alternativen geprüft worden sind und die Notwendigkeit eines Trassenneubaus nicht hieb- und stichfest nachgewiesen ist, darf das Vorhaben nicht weiter vorangetrieben werden“, begründet Frau Enders und fordert erneut „Netzumbau vor Netzneubau“. Die Abgeordnete weist in diesem Zusammenhang auf technische Alternativen zur 380 kV-Trasse, wie Hochtemperaturseile und das Freileitungsmonitoring, hin. Zudem bemängelt Frau Enders, dass „50 Hertz Transmission“ wiederum nicht bereit war, alle Daten und Fakten auf den Tisch zu legen. „Jetzt eine Entscheidung zu treffen für ein Vorhaben, das völlig unnötig ist, wäre fatal“, sagt die Linksfraktionärin und verlangt einen weiteren Erörterungstermin, in dem die Notwendigkeit auf Grundlage aller Analysen debattiert wird.
Petra Enders kritisiert, dass es bei der vom Thüringer Landesverwaltungsamt anberaumten Erörterung im Planfeststellungsverfahren „nie Waffengleichheit zwischen Trassengegnern und -befürwortern gegeben hat“. Allerdings hätten Bürgerinnen und Bürger „engagiert dem Vorhaben des Energieriesen Vattenfall Paroli geboten“. Der geplante Neubau einer 380 kV-Leitung „ist und bleibt nicht notwendig und wirtschaftlich nicht zumutbar“. Weder der massive Eingriff in die Natur und Landschaft noch die Kosten für die Stromkunden, die die Leitung letztlich bezahlen müssten, seien vertretbar, sagt Enders und warnt vor einer Gefährdung der Existenzgrundlage für Tourismus und Gastronomie und einer Beeinträchtigung der Lebensqualität der Menschen.
