Social Media Nutzung: Nicht über, sondern mit Kindern entscheiden
„Wenn Ministerpräsident Voigt Kindern und Jugendlichen pauschal Social Media verbieten will, betreibt er ein kurzsichtiges Ablenkungsmanöver. Statt Debatten über Verbote zu führen, sollte endlich anerkannt werden, dass Kinder das Recht haben, selbst gehört zu werden und ihre digitalen Räume aktiv mitzugestalten“, erklärt Ulrike Grosse-Röthig, Sprecherin für Bildungspolitik der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag. Das steht nicht nur in der UN-Kinderrechtskonvention (Art. 12), sondern ist grundlegend für eine zukunftsfähige Kinderpolitik.
Die UN-Kinderrechtskonvention, die auch Deutschland ratifiziert hat, spricht Kindern nicht nur Schutzrechte zu, sondern ausdrücklich ein Recht auf Gehör und Beteiligung. „Gerade wenn es um digitale Räume geht, ist es wichtig, Kindern und Jugendlichen auch unter 16 Jahren die Teilhabe altersangemessen und begleitet zu ermöglichen, statt diese pauschal auszuschließen. Bevor wir Kindern also den Zugang zu digitalen Räumen verwehren, sollte Herr Voigt sich lieber dafür einsetzen, dass Straftaten im Netz konsequent verfolgt werden. Denn nicht die Nutzer von Social Media sind das Problem, sondern der fehlende Schutz vor Gewalt, Hass und Ausbeutung darin.“
Zudem sei die Diskussion um starre Altersgrenzen problematisch: „Ob ein Kind bereit für Social Media ist, hängt nicht am Geburtsdatum. Wir brauchen vielmehr medienpädagogische Begleitung und Angebote, die Kinder dazu befähigen, digitale Räume kompetent und selbstbestimmt zu nutzen. Thüringen braucht ein landesweites Konzept für digitale Bildung und Medienkompetenz, das Beteiligungsrechte von Kindern ernst nimmt: Wer Kinder stark machen will, muss ihnen auch etwas zutrauen. Sonst bleiben wir beim Prinzip: Erwachsene entscheiden über Kinder hinweg, unter dem Vorwand des Schutzes. Das aber widerspricht dem Prinzip der Wahrung der Interessen des Kindes, das laut UN-Kinderrechtskonvention in allen Entscheidungen über Kinder vorrangig sein muss.“
Abschließend fordert Grosse-Röthig: „Wenn Herr Voigt es mit dem Schutz von Kindern ernst meint, dann sollte er anfangen, ihre Beteiligungsrechte zu stärken – in der Schule, in der digitalen Bildung, in der Politik. Schutz ohne Teilhabe ist keine Kinderpolitik, sondern Bevormundung. Die Linke steht für eine Politik der Ermächtigung von Kindern und das analog wie digital.“

