Planfeststellungsverfahren zum Bau der 380 kV-Leitung abbrechen!

Angesichts der Einigung im Bundesrat für einen schnellen Ausbau der Stromnetze erklärt Petra Enders, Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: „Es ergibt keinen Sinn, die Energiepolitik in Deutschland mit dem Abschalten aller Atomkraftwerke in den nächsten Jahren revolutionieren zu wollen, gleichzeitig aber an alten Vorstellungen des Netzausbaus festzuhalten und zu den vorhandenen 36.000 km Höchstspannungsnetz noch weitere 3.600 km hinzu zu bauen.“

Frau Enders verweist erneut darauf, dass die Bundesrepublik über eines der engmaschigsten Stromnetze der Welt verfügt. Reserven, die die Belastbarkeit dieser Stromnetze erhöhen, wie Freileitungsmonitoring und Hochtemperaturseile, seien längst nicht ausgeschöpft.

Die Linksfraktionärin und Bürgermeisterin von Großbreitenbach moniert, dass der Netzbetreiber 50 Hertz Transmission sich immer noch weigert, geforderte Daten bezüglich der Auslastung der 380 kV-Leitung Remptendorf-Redwitz herauszugeben. Das tue aber 50 Hertz Transmission nicht und verstecke sich stattdessen hinter fadenscheinigen Argumenten und schiebe den Datenschutz vor.
„Und das Weimarer Landesverwaltungsamt will weiterhin so tun, als wenn nichts wäre und das Planfeststellungsverfahren zur Genehmigung einer neuen Starkstromtrasse durch Thüringen nach Bayern einfach fortsetzen?“, fragt Frau Enders.

Die Zukunft gehöre den erneuerbaren Energien und das erhöhe die Chancen, Energie dezentral zu erzeugen und wieder verstärkt dort zu produzieren, wo sie auch verbraucht wird.
Im konkreten Thüringer Fall bedeute das, dass endlich mit offenen Karten gespielt werden müsse und 50 Hertz Transmission für den Neubau der Starkstromtrasse Halle-Schweinfurt, die ihm vom Landesverwaltungsamt bei der öffentlichen Anhörung Anfang Mai auferlegten Hausaufgaben erledigt und die tatsächliche Belastung der vorhandenen 380 kV-Leitung Remptendorf - Redwitz nachweist. „Andernfalls muss das Planfeststellungsverfahren abgebrochen werden, da dem Landesverwaltungsamt eine wichtige Entscheidungsgrundlage vorenthalten wird“, so Enders abschließend.

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