Petra Enders zum Trassen-Projekt mit Hochtemperaturseilen: Es geht also doch!
Nach den Aussagen des Netzbetreibers 50 Hertz Transmission, eine Pilotanlage in Mecklenburg-Vorpommern zur Erprobung von Hochtemperaturseilen für den Überlandtransport größerer Starkstrommengen aufzubauen, erklärt Petra Enders:
„Es geht also doch! Unverständlich ist aber die Aussage von 50 Hertz Transmission, dass diese Alternative für Thüringen zu spät kommen soll“, so die Politikerin weiter. Bereits 2007 haben die von Bürgerinitiativen und Kommunen beauftragten Gutachter Jarass und Obermair das Auswechseln herkömmlicher Leiterseile durch Hochtemperaturseile auf bestehenden Hochspannungsleitungen als Möglichkeit aufgezeigt, um die Kapazitäten für die Durchleitung von Windstrom im Netz zu erhöhen und dabei auf vergleichbare Projekte in den USA, Großbritannien und Japan verwiesen.
„Das ist über Jahre hinweg ignoriert worden“, macht Frau Enders ihren Unmut über das Vorgehen des Energiekonzerns deutlich und fügt hinzu: „Aber auch die Landesregierung hat versagt. Sie hat entsprechende Vorschläge der Linksfraktion nicht aufgegriffen und stattdessen den Bau der 380 kV-Freileitung durch Thüringen nach Bayern über den Rennsteig als alternativlos dargestellt. Bis heute.“
Dies sei „ein Fehler, der aber noch zu korrigieren ist!“, so Frau Enders weiter. „Noch ist Zeit. Es gibt keine Entscheidung für eine Baugenehmigung und damit die Chance, dass sich alle - Bürgerinitiativen, Wissenschaftler, 50 Hertz Transmission, Kabelhersteller und Politik - an einen Tisch setzen, um zu überlegen, wie die Anforderungen möglicher höherer Stromübertragungskapazitäten in Thüringen ohne eine neue, Natur und Landschaft zerstörende 380 kV-Freileitung erreicht werden können“.
