Öffentlichkeit über Thesenpapier für Hochschulentwicklungsplan informieren
Dass der Thüringer Hochschulentwicklungsplan offenbar nur an den Finanzen orientiert sei, kritisiert die hochschulpolitische Sprecherin der Linksfraktion Dr. Karin Kaschuba. Sie verweist auf ein seit kurzem kursierendes sechsseitiges Thesenpapier.
Das Papier liege allerdings den Mitgliedern des Wissenschaftsausschusses nicht offiziell vor und Minister Matschie verweigere auch dessen Herausgabe, obwohl die LINKE den Antrag auf Diskussion des Thesenpapiers gestellt habe.
Bereits vor einem Jahr habe die Linksfraktion einen Hochschulentwicklungsplan für Thüringen gefordert. Nachdem das Ministerium dem lange widerstanden habe, wurde durch den Landtag beschlossen, am Ende dieses Jahres einen Hochschulentwicklungsplan für Thüringen vorzulegen. "Nun soll in Matschies Thesenpapier von Kooperation die Rede sein. Doch wie soll diese aussehen?", fragt Frau Dr. Kaschuba - "etwa durch Abschaffung von Studiengängen und den Verlust von Instituten!".
Die Abgeordnete fordert: "Es ist an der Zeit, dass die Öffentlichkeit über das Thesenpapier informiert wird. Denn schon jetzt arbeiten die Hochschulen am finanziellen Limit. Wie soll das nach 2015 weitergehen, wenn zusätzliche finanzielle Kürzungen drohen? Freiwerdende Arbeitsplätze an Hochschulen werden nicht mehr besetzt, neue Geräte und Technologien können nicht angeschafft werden. Damit verschlechtern sich die Studienbedingungen und die Studierendenzahlen sinken. Will so Minister Matschie sein Ziel, Thüringen zum Bildungsland Nummer Eins zu machen, ereichen?"
Dabei gehe es nicht darum, alles beim Alten zu belassen, vielmehr müsse die Thüringer Hochschullandschaft durch entsprechende Rahmenbedingungen so gefördert und entwickelt werden, dass sie als "zentraler Akteur der Regionalentwicklung" (Analyse des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft "Jenseits der Fakultäten" 2012) in Thüringen agieren könne, so die Hochschulpolitikerin abschließend.
