Netzumbau vor Netzausbau: Kein Geld für antiquierte Stromnetz-Architektur!
„Wenn man über steigende Kosten durch den Bau der 380-kV-Leitung redet, würde zur Ehrlichkeit gehören, nicht zu verschweigen, dass der Trassenneubau insgesamt unnötig ist. Die geplante Höchstspannungsleitung wird den Stromkunden nur eine weitere Preisrallye aufdrücken, zerstört Natur und Umwelt und nutzt letztlich nur den Konzernen“, sagt Petra Enders, Landtagsabgeordnete der LINKEN und Bürgermeisterin von Großbreitenbach. Sie fordert erneut, „kein zusätzliches Geld in eine antiquierte Netzarchitektur zu stecken!“
Eine zusätzliche Belastung für Stromkunden müsse vermieden werden: Deutlich höhere Netzentgelte könnten verhindert werden, indem man das bestehende Stromnetz umbaut. Immerhin würden schon jetzt Netznutzungsentgelte mehr als 20 Prozent des Strompreises ausmachen. „Durch das Modernisieren bestehender Netze können sie für die Durchleitung regenerativer Energien fit gemacht werden. Wir brauchen einen Netzumbau und keinen Netzneubau!“, sagt Frau Enders.
Im Übrigen würde der Einsatz neuer Technologien für bestehende Leitungen, wie Hochtemperaturseile, Freileitungsmonitoring und regelbare Netze, nur ein Viertel des Neubaus der Trasse kosten. „Für eine Sache, die nicht nötig ist und nicht gebraucht ist, sollte kein Geld aus dem Fenster geworfen werden. Letztlich bezahlen diese Rechnung alle Stromkunden durch einen steigenden Energiepreis“, sagt Frau Enders. Sie verweist darauf, dass auf dem Energiemarkt gegenwärtig eine massive Umverteilung bevorsteht. „Eine dezentrale Energieerzeugung und -verteilung widerspricht Konzerninteressen. Wir erleben derzeit ein Ringen um die Machtposition der Energieriesen und das mit allen Mitteln“, konstatiert Frau Enders.
