Maßnahmekatalog zur Bekämpfung der Kinderarmut in Thüringen muss endlich umgesetzt werden
„Die Landesregierung soll endlich den beschlossenen Maßnahmekatalog zur Bekämpfung der Kinderarmut in Thüringen umsetzen“, sagt der kinderpolitische Sprecher der Linksfraktion Matthias Bärwolff und verweist auf die bei der Kinderarmutskonferenz an der Erfurter Fachhochschule erhobenen Forderungen.
Angesichts einer Kinderarmutsquote in Thüringen von 25 Prozent – in den größeren Thüringer Städten leben sogar ein Drittel der Kinder in Armut und nach aktuellen Statistiken erhalten 60.000 Kinder im Freistaat Sozialgeld – haben sich auf der heutigen Fachtagung auf Einladung der Fraktion DIE LINKE Vertreter von Kinderschutzdiensten und Familienzentren, von Vereinen und Verbänden sowie Kommunalverantwortliche darüber verständigt, was politisch zu tun ist, um die skandalöse Ausgrenzung dieser Kinder aus dem gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Leben zu beenden.
Matthias Bärwolff unterstreicht auch mit Blick auf den noch umzusetzenden Maßnahmekatalog der Landesregierung die Forderungen der LINKEN nach einem kostenlosen Mittagessen für alle Kinder, nach Einführung eines Landesprogramms Schulsozialarbeit, nach Ausbau der Kindertagesstätten zu Eltern-Kind-Zentren sowie nach einem kostenfreien Zugang der Kinder in Freizeit-, Kultur- und Bildungseinrichtungen.
Zugleich unterstütze die Linksfraktion die auf der Erfurter Konferenz durch den Magdeburger Kinderwissenschaftler Prof. Michael Klundt erhobene scharfe Kritik an der Kinderarmutspolitik der Bundesregierung. Er nannte die seit Januar vorgenommene Streichung des Elterngeldes für Hartz-IV-Empfänger empörend und sprach von zu erwartenden weiteren Fehlentwicklungen und Verschlechterungen durch das Bildungspaket, das zu einer Bürokratisierung und Kommerzialisierung führen werde. Vielmehr müssten die vorhandenen Bildungs- und Betreuungsstrukturen gestärkt werden.
