Landesregierung soll Programm zur Gewinnung von Pflegefachkräften vorlegen

„Der jetzt vom statistischen Bundesamt jetzt veröffentlichte Pflegebericht  ist ein Schrei nach Veränderung in der Pflege“, erklärt der sozialpolitische Sprecher der LINKEN im Thüringer Landtag, Jörg Kubitzki, und fordert von der Landesregierung eine Fachkräfteprogramm.

Wenn die verantwortliche Politik nicht endlich reagiert, sei der  drohende Pflegenotstand nicht mehr zu verhindern. Laut dem Bericht hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen in Thüringen seit 2007 um 6,6 Prozent erhöht. War 2007 noch jeder 40.Thüringer ein Pflegefall, so ist es 2009 schon jeder 30. gewesen. Dabei werden mehr als zwei Drittel der pflegebedürftigen Menschen zu Hause betreut.

Kubitzki sieht massive Probleme auf die Pflege zukommen: „Einerseits nehmen die Pflegbedürftigen zu, andererseits nimmt die Zahl der professionellen Pflegekräfte ab.  Schon heute gibt es in Thüringen einen akuten Fachkräftemangel“, warnt der Sozialpolitiker und fordert die Landesregierung zum Handeln auf.  „Es muss  ein Programm zur Gewinnung von Fachkräften in der Pflege entwickelt werden“, betont der LINKE Abgeordnete. Ein Schritt könnte dabei die verkürzte berufsbegleitende Ausbildung von Familienpflegern bzw. von langjährig in der Pflege tätigen Personen zur Pflegefachkraft sein. Kubitzki kündigt dazu parlamentarische Schritte der Linksfraktion an.

Gleichzeitig weist er daraufhin, dass die Leistungen in der Pflege in Thüringen bundesweit am niedrigsten vergütet werden und damit die Pflegekräfte auch niedrige Löhne im Vergleich zu anderen Ländern haben. „Deshalb muss das zweite Problem der Pflege, die Finanzierung, reformiert werden. Aber die private Finanzierung der Pflegeversicherung nach Rößler ist nicht die Lösung“, sagt Kubitzki. Nur eine solidarische Bürgerversicherung,  wie sie die LINKE vorschlage, sei eine wirkliche Alternative.

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