Landesmedienanstalt beendet Minister Matschies Märchenstunde

„Öffentlichkeitswirksam wollte Minister Matschie für seine Gemeinschaftsschule im Rundfunk werben und dabei sein völlig unzureichendes Konzept mit Falschdarstellungen anpreisen. Gesetzliche Reglungen wie das Landesmediengesetz übergeht das Bildungsministerium dabei wissentlich“, sagt die Bildungspolitikerin der Linksfraktion, Michaele Sojka, und verweist auf das Verbot politischer Werbung in den öffentlichen Medien außerhalb von Wahlkampfzeiten.

Beim Anhören des „Werbespots“ aus dem Bildungsministerium wird klar, dass hier eine Schule des längeren gemeinsamen Lernens dargestellt wird, welche nur im Kopf von Minister Matschie existiert. Kaum eine der 11 neu- bzw. umgegründeten Gemeinschaftsschulen setzen um, was das Ministerium den Bürgern in seinem Beitrag suggeriert. „Keine Trennung der Schüler nach Klasse 4, die Kinder bleiben mit ihren Freunden zusammen, über den Schulabschluss müssen Eltern nicht frühzeitig entscheiden, Lehrer können sich besser um die Schüler kümmern - das alles sind richtige Ziele, die aber leider mit der Thüringer Gemeinschaftsschule in ihrer jetzigen Form nicht umgesetzt werden“, moniert Frau Sojka.

Fakt sei aber: Die meisten der nun als Erfolg gefeierten Gemeinschaftsschulen schließen nur die Klassenstufen 5 bis 10 ein, sind also umetikettierte Regelschulen ohne Grundschulklassen. In kaum einer der jetzigen Regelschulen können die Schüler das Abitur ablegen. Somit gibt es für die Eltern lernstarker Schüler keinen Grund, ihre Kinder nicht mit der Klasse 5 im Gymnasium lernen zu lassen, welches ja auch weiterhin im vollen Umfang weitergeführt wird. Auch dass sich Lehrer in der Gemeinschaftsschule um die Schüler besser kümmern können, sei angesichts der fehlenden Bereitschaft zur Einstellung von zusätzlichem Personal zur gesetzlich festgeschriebenen individuellen Förderung jedes Schülers offensichtliche „Augenwischerei“, so Frau Sojka weiter.

Am Beispiel der zögerlichen und unzureichenden Einführung des längeren gemeinsamen Lernens in Thüringen in Form von Gemeinschaftsschulen ohne wirkliche Gemeinschaft zeigt sich deutlich: „SPD-Bildungsminister Matschie ist ein Minister der schönen Worte, aber leider nicht der dringend notwendigen Taten“, sagt die Bildungsexpertin der LINKEN.

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