Kindergartenmoratorium jetzt umsetzen
„Wir brauchen jetzt ein Moratorium nach sächsischem Vorbild für den Erhalt der Kindergärten in Thüringen. Ein solches Moratorium haben wir als Linksfraktion bereits im Juni dieses Jahres gefordert. Die Landesregierung muss handeln – bevor die Türen schließen“, erklärt Ulrike Grosse-Röthig, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, zu den aktuell drohenden Kita-Schließungen.
„Die Pläne zur Schließung von Kindergärten, wie aktuell in Weimar, sind eine Gefahr für die soziale Infrastruktur in Städten, Stadtteilen und im ländlichen Raum, wenn nicht entschieden gegengesteuert wird. Wir müssen den demografischen Wandel proaktiv gestalten. Wenn Kitas schließen und Betreuung teurer wird, machen wir es Paaren noch schwerer, Familien zu gründen.“
„Weniger Kinder bedeuten nicht weniger Bedarf, sondern sind eine Chance für bessere Betreuung. Zumal sich eine Vielzahl von Aufgaben durch weniger Kinder nicht verringert: Zum Beispiel muss der Rasen gemäht und die Einrichtung beleuchtet werden. Jetzt Strukturen abzubauen, die wir in wenigen Jahren wieder brauchen werden, ist politisch kurzsichtig und sozial verantwortungslos. Wir brauchen eine verlässliche öffentliche Förderung mindestens bis Ende 2026 und echte Planungssicherheit für Träger, Eltern und Kommunen.“
Grosse-Röthig erneuert zudem die Forderung der Linksfraktion, die im Landtag bereits beschlossene Kommission „Zukunft Kindergarten in Thüringen“ umgehend einzusetzen: „Es reicht nicht, über Zahlen zu reden. Wer das Angebot flächendeckend sichern will, muss mit denen an einem Tisch sitzen, die frühkindliche Bildung täglich gestalten. Dazu gehören Träger, Elternvertretungen, Kommunen und Beschäftigte.“

