Inklusionsmonitor 2025 vorgestellt – Die Linke fordert mehr Inklusion
„Der Inklusionsmonitor ist ein Stimmungsbild und kann uns aufzeigen, wo Baustellen auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft sind“, so Katja Maurer, Sprecherin für Inklusion in der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag zur heutigen Vorstellung des Inklusionsmonitors 2025.
Ende 2023 war jede 10. Person in Thüringen von einer Schwerbehinderung betroffen. Für diese Menschen ist ein Leben voller Barrieren leider noch immer Alltag. Niemand muss weit schauen, um zu erkennen, dass wir von einer inklusiven Gesellschaft noch weit entfernt sind, urteilt die Abgeordnete. Auch der Landtag selbst ist noch lange nicht barrierefrei, so Maurer, doch gerade er sollte mit gutem Beispiel vorangehen. Dazu führt sie weiter aus: „Das Herzstück der Thüringer Demokratie, die öffentlichen Plenarsitzungen des Landtages, werden nicht barrierefrei übertragen. Dabei gibt es die Möglichkeiten längst - von Programmen zur Untertitelung bis hin zur Schrift- oder Gebärdendolmetschen durch entsprechendes Personal. Es scheitert also auf politischer Ebene. Da sage ich ganz klar: Barrierefreiheit muss sich der Landtag etwas kosten lassen. Es braucht endlich Schrift- und Gebärdendolmetschen für alle Tagesordnungspunkte der Landtagssitzungen. Denn Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen haben das Recht, sich zu allen Themen zu informieren, nicht nur zu vermeintlichen Betroffenenthemen.“
„Der Inklusionsmonitor muss insbesondere auch für uns Politiker*innen ein Weckruf sein, endlich zu handeln. Deshalb planen wir, das Thema auf die Tagesordnung im Sozialausschuss kommende Woche zu setzen“, so die Abgeordnete. Doch nicht alle demokratischen Fraktionen scheinen gewillt zu sein, vermutet Maurer. Dies zeigte sich jüngst am Beispiel einer eingebrachten parlamentarischen Initiative für die Anpassung des Thüringer Gesetzes zur Inklusion und Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, die im Plenum ohne intensivere Behandlung abgelehnt wurde: ein Warnsignal, findet Maurer.
„Ich finde es bedauerlich, dass wir einerseits so wichtige Instrumente wie den Inklusionsmonitor und auch den Evaluationsbericht des ThürGIG aus dem Jahr 2024 haben, die eine sehr klare Sprache sprechen und aus denen Handlungsempfehlungen abgeleitet werden können, andererseits eine Landesregierung, die nicht gewillt ist, hier an der Sache und gemeinsam für ein inklusives Thüringen zu arbeiten“, so Maurer abschließend.

