Dramatischer Rückgang aktiver Feuerwehrangehöriger

„Die im vergangenen Jahr vorgenommene statistische Bereinigung des Bestandes aktiver Feuerwehrangehöriger durch Einführung der Feuerwehrrente kann weder den Rückgang erklären, noch die dahinter stehende Dramatik verdecken“, sagt die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Martina Renner, nach der heutigen Vorstellung des Brand- und Katastrophenschutzberichtes 2010.

„Selbst wenn für den fünfprozentigen Rückgang bisherige statistische Fehlgrößen in Teilen verantwortlich sind, zeigt eine Betrachtung des Zeitraumes 2009/2010 einen Rückgang von über acht Prozent aktiver Feuerwehrangehöriger im Landesdurchschnitt. Demgegenüber steht eine Zunahme von mehr als zehn Prozent der Einsätze im gleichen Zeitraum, gegenüber dem Vorjahr sogar um etwa 16 Prozent“, so Renner. „Nüchtern betrachtet, ist es also eine Frage der Zeit, bis einzelne Feuerwehren nicht mehr einsatzfähig sein werden.“

Die Innenpolitikerin mahnt die Landesregierung, die Lösung des offenkundigen Problems nicht allein den Kommunen und den Feuerwehren zu überlassen, sondern gemeinsam mit ihnen Konzepte zu entwickeln, um den Trend zumindest aufzuhalten. „Innenminister Geibert hat vollkommen recht, es gibt keine Alternative zur freiwilligen Feuerwehr.“ Renner mahnt hinsichtlich der Nachwuchsgewinnung bei der Feuerwehr, bestehende soziokulturelle Hemmnisse abzubauen, die es Mädchen und jungen Frauen bislang erschweren, Mitglied der Feuerwehr zu werden. „Auch der Anteil von etwa einem Viertel Mädchen und jungen Frauen bei den Jugendfeuerwehren kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es noch erheblichen Nachholbedarf gibt, die Feuerwehren flächendeckend auch für Frauen attraktiv zu gestalten“, so die LINKE Abgeordnete, die sich Ende August mit dem Thüringer Feuerwehrverband auf dessen Einladung zu einem Arbeitsgespräch treffen und u.a. auch die Frage der Nachwuchsgewinnung erörtern wird.

Die nach der Katastrophenschutzverordnung verpflichtende Aufstellung von Katastrophenschutzeinheiten in den Landkreisen und kreisfreien Städten sieht Frau Renner nach wie vor kritisch. „Angesichts der bevorstehenden Kreisgebietsreform ist es nicht verantwortlich und auch nicht sachgerecht, dass z.B. die Stadt Suhl in Sonderfahrzeuge in gleichem Umfang investieren muss, wie der Landkreis Schmalkalden-Meiningen.“ Die Fraktion DIE LINKE hatte dies bereits im Februar zum Anlass genommen, in einer Beratung des Innenausschusses die Verordnung zu hinterfragen. „Das Risikopotential für Katastrophen ist in Thüringen unterschiedlich ausgebildet, so dass ein flächendeckendes Vorhalten der einheitlich vorgeschriebenen Sonderfahrzeuge und der damit verbundene Finanzierungsaufwand für Investitionen und Ausbildung nicht gerechtfertigt scheinen“, so Renner.

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