Bodo Ramelow: Enttäuschender Energiegipfel
Als absolut enttäuschend bezeichnet Bodo Ramelow die Ergebnisse des heutigen Energiegipfels der Länder im Bundesrat. Es sei viel zu kurz gesprungen, lediglich über Investitionen im Stromnetz zu diskutieren, und es gehe auch um viel mehr als um Kompensationen von Durchleitungsbürden bei Starkstromtrassen, so der Fraktionschef der Thüringer LINKEN weiter.
Die Fokussierung auf den Ausbau der Starkstromnetze künde von einem völlig überholten Denken aus dem 19. und 20. Jahrhundert mit einer Systematik der Stromverteilung von Nord nach Süd, von Ost nach West. „Wir brauchen aber eine andere Netzphilosophie, wenn wir es mit der Energiewende ernst meinen“, betont Ramelow und nennt die Stichworte regenerativ, regional und dezentral. „Energie kann und muss künftig konsequent dort erzeugt werden, wo sie gebraucht wird. Das bedeutet im Umkehrschluss, zusätzliche gigantische Leitungssysteme quer durch die Republik sind unnötig“, sagt der LINKE Politiker.
Er forderte erneut umfassende Weichenstellungen, „damit Thüringen Paradeland für erneuerbare Energien wird. Unser Fokus sollte auf einer völlig neuen Netzstruktur, neuen Managementsystemen, wie smart grids, neuen Speichertechniken und vor allem neuen, öffentlichen und gemeinwohlorientierten Eigentumsstrukturen liegen“, erklärt Ramelow. Im Übrigen beginne der Atomausstieg mit dem Energiesparen und müsse die Energiewende insbesondere sozial verantwortlich gestaltet werden. Der Fraktionschef verweist auf die riesigen Möglichkeiten und Chancen für Entwicklung und Arbeit in allen Wirtschaftsbranchen im Freistaat.
