Alternativen zum Trassenneubau sind möglich!
Nach aktuellen Meldungen machen neue Techniken den Bau von Höchstspannungstrassen überflüssig. Dazu erklärt Petra Enders, Landtagsabgeordnete der LINKEN und Bürgermeisterin Großbreitenbachs: "Es dürfen auch in Thüringen nicht länger die Augen vor Alternativen zum Trassen-Neubau verschlossen werden. Neue technische Standards müssen endlich umgesetzt werden. Ein Trassenneubau schadet der Natur und der Umwelt, belastet den Strompreis durch höheres Netzentgelt und nutzt nur den Konzernen."
Der Medienbericht bezieht sich auf den Netzbetreiber Amprion. Bestehende Masten und Leitungen könnten so umgerüstet werden, dass über sie im Vergleich zu herkömmlichen Leitungen doppelt so viel Windstrom transportiert werden könnte. "Das ist ein weiterer Beleg dafür, dass ein Trassenneubau nicht notwendig ist und ein irrsinniges Projekt wäre", so Frau Enders. Die LINKE-Abgeordnete fordert erneut, "kein zusätzliches Geld in eine überholte Netzarchitektur zu stecken und keine Megatrassen durch die Landschaft zu schlagen. Regenerative Energien müssen dort produziert werden, wo sie auch verbraucht werden. Dazu brauchen wir kein anderes Übertragungsnetz".
Durch das Modernisieren bereits bestehender Netze könnten diese auch für regenerative Energien fit gemacht werden. Notwendig sei ein Netzumbau statt Netzneubau. Enders weist darauf hin, dass der Einsatz neuer Technologien, wie Hochtemperaturseile, Freileitungsmonitoring und regelbare Netze, nur ein Viertel des Neubaus einer Trasse kosten würde.
In Thüringen ist der Bau der 380-kV-Trasse gestoppt. Seit Anfang März befasst sich das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig mit der Megatrasse. "Es gibt viele gute Gründe, keine neue Trasse zu bauen. Jetzt muss ernsthaft über Alternativen geredet werden", fordert Frau Enders abschließend.
