Schaft: Weiter Handlungsbedarf für gute Arbeit für studentische Beschäftigte

Christian Schaft
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Durch die Antwort auf eine Kleine Anfrage (DS 8/3005) „Erwerbstätigkeiten von studentischen Beschäftigten in Thüringen“ des Abgeordneten Christian Schaft wird deutlich, dass sich trotz der geschaffenen Rahmendienstvereinbarung (RVD), die Situation studentischer Beschäftigter an Thüringer Hochschulen nicht ausreichend verbessert hat. Der Fraktionsvorsitzende und hochschulpolitische Sprecher der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag erklärt: „Für studentische Beschäftigte bleibt die Arbeit an Thüringer Hochschulen prekär. Obwohl im Dezember 2023 die Rahmendienstvereinbarung zur Ausgestaltung der Beschäftigungsbedingungen für Assistenten als wichtiger Schritt verabschiedet wurde, sind geringe Bezahlung und eine viel zu kurze Befristung die Regel und nicht die Ausnahme.“

 

 

 

Zwar hat sich im Vergleich von 2023 mit 83 Verträgen zu 2025 mit 570, die Laufzeit der Verträge mit einem Jahr von studentischen Beschäftigten deutlich erhöht, ein Großteil der Verträge geht aber weiterhin nicht länger als 6 Monate. Teilweise sind es nur bis 3 Monate. „Nach wie vor ist es ein Job, den sich studentische Beschäftigte leisten können müssen. Dabei sollten alle Studierenden - unabhängig vom Geldbeutel - die gleichen Chancen haben. Schließlich ist der Einblick als studentische Beschäftigte in den Wissenschaftsbetrieb auch ein Türöffner für eine wissenschaftliche Karriere und hilft auch dem Studienerfolg“, so der linke Abgeordnete.

 

Insgesamt ist die Anzahl der studentischen Beschäftigten an Thüringer Hochschulen von 3.505 im Jahr 2020 auf 2.735 Beschäftigte im Jahr 2025 zurückgegangen. Waren im Jahr 2023 aus Haushaltsmitteln noch 2.049 studentische Beschäftigte an den Hochschulen, so waren es 2025 nur noch 1.715. Das ist ein Minus von 16,3 Prozent. Ähnlich verhält es sich bei den Drittmittelbeschäftigten. Im Jahr 2023 waren 1.315 studentische Beschäftigte finanziert aus Drittmitteln an den Hochschulen tätig, im Jahr 2025 nur noch 1.018, das ist ein Minus von 22,5 Prozent.

 

„Mögliche Sparzwänge bekommen leider zuerst diejenigen zu spüren, die prekär beschäftigt sind. Für Studierende haben sich auch weitere Rahmenbedingungen verschärft. Preise für Wohnen und den Alltag sind gestiegen, aber auch die lange Wartezeit beim Beantragen von BAföG sorgt für weniger Geld im Portemonnaie. Dieser Zustand zeigt, es braucht weiter Druck für einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte. Es ist fatal, dass die Länder in der letzten Tarifrunde einen solchen Tarifvertrag erneut blockiert haben. Und auch bei der anstehenden Verhandlung über die Hochschulrahmenvereinbarung muss die Stärkung guter Arbeit in der Wissenschaft Thema sein und verankert werden“, erklärt Christian Schaft.

 

 

Die Antwort auf die Kleine Anfrage in der Drucksache 8/3005 ist unter https://parldok.thltcloud.de/parldok/dokument/106342/8_3005_erwerbstaetigkeiten_von_studentischen_beschaeftigten_in_thueringen <https://parldok.thltcloud.de/parldok/dokument/106342/8_3005_erwerbstaetigkeiten_von_studentischen_beschaeftigten_in_thueringen>  einsehbar.

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