Thüringen darf im Fernbahnverkehr nicht zum Transitland mutieren
Mit Bezug auf Aussagen von Bahnvorstand Ullrich Homburg, erklärt die verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Dr. Gudrun Lukin: „Über eine mögliche Nichtbedienung des ICE-Bahnhofs Erfurt auch nur nachzudenken, ist nicht nur eine Missachtung des im Grundgesetz für die Bahn formulierten Verfassungsauftrages zur Daseinsfürsorge und Mobilität für die Bevölkerung, sondern auch eine Zumutung für Thüringen.“
Es sei schon ein Skandal gewesen, so die Abgeordnete weiter, dass Bahn, Bund und die Landesregierung unter Bernhard Vogel die teure ICE-Neubaustrecke über Erfurt „so beschlossen haben, dass das wirtschaftsstarke und bevölkerungsreiche Ostthüringen vom Fernverkehr abgehängt werden soll. Aber noch ungeheuerlicher wäre die Vorstellung, dass Thüringen nur noch eine ‚Vogelfluglinie’ erhält, ohne Halt eines ICE“.
Frau Dr. Lukin abschließend: „Dann wären auch die der Bahn von der Thüringer Landesregierung von 2007 bis 2013 überantworteten EFRE-Mittel (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) in Höhe von 239,5 Millionen Euro für den Bau der Neubaustrecke von Erfurt bis zur Landesgrenze ein schlechtes Geschäft. Zumindest aber wäre es ein Bundesprojekt, das Thüringen zwar durchquert, aber ohne Nutzen für seine Bewohner und Gäste ist, die dann den Fernbus oder den Regionalverkehr nehmen müssten, um ins ‚Grüne Herz’ Deutschlands zu gelangen.
