Probleme nicht Schönreden – Anbindung Ostthüringens muss Chefsache werden
„Auch Minister Carius dürfte bekannt sein, dass die ‚Vogelfluglinie’ - die neue ICE-Streckenführung - mehr eine politische als topografische Entscheidung war. Wenn er schon froh dabei ist, dass die Trasse noch durch Thüringen geht, ist es schlimm genug. Zu befürchten ist ohnehin, dass nicht einmal mehr in Erfurt alle ICE halten werden“, sagt Dr. Gudrun Lukin, Sprecherin für Verkehrspolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, in Reaktion auf ein Interview von Verkehrsminister Carius.
Auch dass das bevölkerungsreiche Ostthüringen weitestgehend vom Personenfernverkehr abgekoppelt wird, weiß die Landesregierung seit Jahren. Genauso sei bekannt, dass die Mitte-Deutschland-Schienenverbindung zwar vielbefahren, aber nach wie vor in Thüringen weder durchgehend zweigleisig noch elektrifiziert ist. „Ob die Ausschreibung der Strecke als Dieselnetz da strategisch hilfreich war, steht auch in den Sternen. Deshalb müssen dem zweigleisigen Ausbau der Strecke Weimar-Gera, der Elektrifizierung der Streckenführung Weimar-Jena-Gößnitz endlich landespolitisch mehr Aufmerksamkeit zuteilwerden“, so Frau Dr. Lukin weiter. Es ist dabei allerdings „ein verheerendes Signal an den Bund und die Bahn, wenn das Land Thüringen im Jahr 2011 rund vier Millionen Landesmittel im Verkehrsetat einspart, Zuglinien streicht und ausdünnt und das Geld im verschuldeten Landeshaushaltsloch versenkt. Verantwortungsvolle Verkehrspolitik sieht anders aus.“
