Studie der Bertelsmann-Stiftung sieht nicht genau hin
Der aktuelle Ländermonitor für frühkindliche Bildungssysteme, den die Bertelsmann-Stiftung in der vergangenen Woche veröffentlicht hat, macht deutlich, dass es auch in Thüringer Kindergärten weiterhin Verbesserungsmöglichkeiten gibt. „Allerdings zieht die Studie viele Vorteile der Thüringer Betreuung nicht mit in das Qualitätsscreening ein“, moniert Daniel Reinhardt, Sprecher für frühkindliche Bildung der Linksfraktion im Landtag.
So wird in der Studie kritisiert, dass der Betreuungsschlüssel zu hoch ist, aber verkannt, dass er in dieser Legislatur bereits zum 1. August verbessert wurde und die Öffnungszeiten der Kitas in Thüringen oft 12 Stunden betragen (bei einer durchschnittlichen Betreuungszeit von 10 Stunden). Dies stellt vor allem im Vergleich mit West-Bundesländern einen Unterschied dar, da dort in vielen Fällen nur eine Halbtagsbetreuung möglich ist.
„Wir werden uns weiter dafür einsetzen, den Betreuungsschlüssel zu verbessern und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken“, unterstreicht der LINKE-Politiker. Das bereits auf den Weg gebrachte PIA-Programm, welches ursprünglich durch den Bund organisiert werden sollte, aber nun vom Land weiter finanziert wird, ermöglicht eine duale und vergütete Ausbildung für den Erzieherberuf in Thüringen. „Damit gehört Thüringen zu den Bundesländern mit dem am besten ausgebildeten Personal“, so Reinhardt. Mit dem Start in das neue Kindergartenjahr wurden bereits 500 neue Stellen ermöglicht, um die Qualität für Thüringer Kinder zu sichern und ihnen für ihr späteres Leben eine gute Grundlage zu geben.
Der LINKE-Abgeordnete macht sich außerdem dafür stark, dass der Betreuungsschlüssel in der Kinderkrippe gesenkt wird: „Das ist wichtig, weil gerade in diesem Alter der Grundstein für das spätere Leben gelegt wird. Die Phase, in der Kinder am besten und meisten lernen, muss künftig besser genutzt werden.“

