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Lebensmittel-Tafeln sind Armutszeugnis für dieses reiche Land

Ina Leukefeld, Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE, unterstützt den Vorsitzenden des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V., Gerd Häuser, der im Vorfeld des Bundestafeltreffens am kommenden Wochenende in Suhl erklärt hat, dass Armut nach wie vor eine gesellschaftliche Tatsache und Sozialpolitik gescheitert sei. „Ich bin regelmäßig in Suhl vor Ort, um der Tafel bei der Versorgung von Menschen zu helfen“, so Landtagsabgeordnete Ina Leukefeld. „Allerdings wäre es entschieden besser, wenn es diese Einrichtung nicht geben müsse, sondern die Bundesregierung und die ganze Gesellschaft energisch die Ursachen von Armut bekämpfen würden.

Sorge bereite ihr vor allem der hohe Anteil prekärer Arbeitsverhältnisse und deren gravierende Auswirkungen auf die Zukunft. „Altersarmut wird zu einem der größten Probleme, auf die nicht nur die Tafeln reagieren müssen“, so Frau Leukefeld.

Die LINKE-Abgeordnete verweist darauf, dass das Geldvermögen der Deutschen im vergangenen Jahr um 239 Milliarden Euro gestiegen sei und insgesamt 4,67 Billionen Euro erreicht habe. „Allerdings öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich zusehends“, moniert die Linksfraktionärin. Besondere Risiken für Armut und soziale Ausgrenzung seien Arbeitslosigkeit, Kinderreichtum, Krankheit oder der Umstand, allein erziehend zu sein. Armut, und damit oft auch soziale Isolation, könne also fast jeden treffen – zumindest zeitweise.

Viele Betroffene hätten jedoch auch langfristig keine Chance auf eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen. „Allein eine gerechte Verteilung des Reichtums durch armutsfeste Existenzsicherung und gerechte Entlohnung von Arbeit würde Tafeln überflüssig machen“, sagt Frau Leukefeld. „ Es ist erschütternd, dass bundesweit die Zahl derer, die an den Lebensmittel-Ausgaben der Tafeln Hilfe suchten, binnen eines Jahres von 1,3 Millionen auf 1,5 Millionen gestiegen ist. Davon sind ein Drittel Kinder und Jugendliche, jedes siebte Kind lebt von Hartz IV, in Ostdeutschland sogar jedes vierte.“ Mit einer Wette, zu der Minister Matschie eigens für das Tafeltreffen aufgerufen hat, sei dem Problem jedenfalls nicht beizukommen“, so die Abgeordnete.

Eine Umfrage im Internet als Reaktion auf Matschies Wette habe ergeben, das 75,7 Prozent der Befragten sagten, diese Wette sei eine Wette auf das Versagen der Sozialpolitik, sagt Leukefeld weiter. Solange es die soziale Schieflage und damit Armut gebe, seien auch die Tafeln unbedingt notwendig. „Ich persönlich habe große Hochachtung vor den vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich engagieren und versuchen, Not zu lindern und dafür möchte ich Ihnen herzlich danken, so die Abgeordnete. Sie wird am Sonnabend selbst mit vor Ort an der langen Tafel sein. „Dennoch werde ich nicht nachlassen, politisch für die Beseitigung der Ursachen von Armut einzutreten.“


 

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