Gerechtigkeitslücke endlich schließen
Die LINKE hat anlässlich des morgigen Equal Pay Day, dem internationalen Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen, einen Antrag in den Landtag eingebracht. "Da das Gehalt der Frauen auch in Thüringen um ein Fünftel niedriger liegt als das der Männer, fordern wir Maßnahmen von der Landesregierung, damit diese nach wie vor bestehende Ungerechtigkeit abgebaut wird", sagt Ina Leukefeld, arbeitsmarktpolitische Sprecherin und Mitglied im Gleichstellungsausschuss.
Die LINKE fordert in ihrem Antrag die Landesregierung auf, der Bundesratsinitiative aus Baden-Württemberg "zur Bekämpfung der Entgeltungleichheit von Frauen und Männern" zuzustimmen "Zur Verdeutlichung: Rechnet man das aufs Jahr um, haben die Frauen erst am 23. März das Geld erarbeitet, das Männer im Durchschnitt im Jahr 2011 verdient haben. Im Schnitt bekommen sie pro Stunde 4,62 Euro weniger ausgezahlt. Das ist eine Schande für Deutschland, das sich immer für so emanzipiert hält", protestiert die Abgeordnete. Bei der Entgeltgerechtigkeit gehöre die Bundesrepublik zum Schlusslicht in Europa.
Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern seien in einzelnen Branchen, z.B. im Pflegebereich, im Handel und Gastgewerbe, bei Finanz- und wissenschaftlich-technischen Dienstleistungen, besonders hoch und betragen bis zu 30 Prozent. "Notwendig ist eine Neuberwertung von Arbeit, denn es ist nicht mehr einzusehen, dass Maschinenarbeit deutlich besser bezahlt wird als Pflegearbeit und Kindererziehung", betont Leukefeld. Wichtige Voraussetzungen für eine gerechte Bezahlung seien außerdem ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn nicht unter zehn Euro, die Beendigung der geringfügigen Beschäftigung und die Umwandlung von Mini-Jobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse.
"Nötig ist in Thüringen eine gründliche Analyse der Beschäftigungs- und Einkommenssituation von Frauen, um daraus die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Statt Sonntagsreden brauchen wir konkrete Maßnahmen, damit die enorme Gerechtigkeitslücke bei der Entlohnung zwischen Männern und Frauen endlich geschlossen wird", so Leukefeld.
