Frauenförderung nur Lippenbekenntnis
Die Aussagen der Landesregierung, eine stärkere Frauenförderung zu betreiben, sind nach Ansicht der gleichstellungspolitischen Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Karola Stange, „nichts anderes als Lippenbekenntnisse“.
„Es gibt zahlreiche Frauen im Landesdienst, aber nur sehr wenige in Führungspositionen. Dieser Zustand hat sich unter der Regierung Althaus verschärft, wurde aber auch unter Ministerpräsidentin Lieberknecht nicht besser. Von den zwölf neuen Referatsleitern sind acht Männer, und bei den zehn Abteilungsleiterstellen wurden sogar neun Männer ausgewählt, also nur eine Frau“, verweist die Abgeordnete auf die Fakten. Die Gesamtzahlen seien noch unerfreulicher. Bei den Referaten gebe es mit 138 Frauen und 371 Männern einen Frauenanteil von 27,11 Prozent und bei den Abteilungen halbiere sich diese Zahl noch mal auf 13,79 Prozent. Von 145 Abteilungsleiterstellen seien lediglich 20 mit Frauen besetzt.
„Angesichts dieser Zahlen weiß man, warum junge, gut ausgebildete Frauen dieses Land verlassen“, stellt Karola Stange fest. Es nütze auch wenig, wenn Wirtschaftsminister Machnig beschwörend appelliere, die Bedingungen für Frauen in Thüringen müssten besser werden, damit sie nicht länger abwandern. Das gleiche gelte für Sozialministerin Taubert, wenn sie verstärkte Frauenförderung anmahne oder für Ministerpräsidentin Lieberknecht, die anlässlich des Internationalen Frauentages darauf verwiesen habe, dass der Frauenfördergedanke bei der Novellierung des Gleichstellungsgesetzes tiefer verankert werden solle.
„Die Ministerinnen und Minister verhalten sich so, als sei für Anstellung, Beförderung und Höhergruppierung ein exterrestrisches Wesen zuständig, an das sie lediglich Bittbriefe schreiben müssten“, sagt Karola Stange. „Dabei haben sie es selbst in der Hand, ob Frauenförderung und eine angemessene Repräsentanz kompetenter Frauen in den Führungsetagen ihrer Häuser Realität wird.“ Die LINKE wolle sich nicht länger mit diesem traurigen Bild arrangieren. „Wir werden eine Novellierung des Gleichstellungsgesetzes vorlegen, an dem auch die Landesregierung nicht vorbeikommt“, stellt die Gleichstellungspolitikerin fest.
