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Rainer Kräuter: „Wer kämpft, kann auch gewinnen“

Das gestrige Urteil des Jenaer Arbeitsgerichtes, das die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erstritt und das den streikenden Erzieherinnen und Erziehern die gleiche Prämie zugesteht, die die Stadt Jena an Streikbrecherinnen und Streikbrecher im Jahre 2015 zahlte, kommentiert Rainer Kräuter, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Linksfraktion, wie folgt: „Bertolt Brecht hatte schon Recht, als er sagte ‚Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren‘. Aber hier zeigt sich eben auch, dass das solidarische Zusammenstehen erfolgreich sein kann und sich lohnt. Hier haben die Kämpferinnen und Kämpfer eindeutig gewonnen.“

Im Zuge der Tarifauseinandersetzungen in besagtem Jahr hatte die GEW zu unbefristeten Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst aufgerufen. Die Stadt Jena zahlte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich am Streik nicht beteiligten, eine Prämie von 300 Euro. Diese Zahlung begründete die Arbeitgeberin mit dem Halbsatz, die Beschäftigten hätten eine „hohe Einsatzbereitschaft und eine äußerst positive Einstellung gegenüber ihrem Berufsbild“. Dazu Rainer Kräuter: „Da hat die Stadt wohl vergessen, dass es auch eine äußerst unsolidarische Vorgehensweise ist, eine Arbeitskampfmaßnahme derartig zu untergraben. Georg Herwegh hat gedichtet: ‚Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will‘, und er sprach dabei wohl absichtlich nicht von ein paar Rädern. Streik hat genau das Ziel, die Wichtigkeit eines gewissen Berufszweiges durch deren vorübergehende Arbeitsniederlegung zu verdeutlichen. Vielleicht gäbe es in der Bevölkerung einen deutlicheren Widerhall, wenn alle Kindergärten tatsächlich mal geschlossen blieben. Vielleicht wird dann mehr hinterfragt, warum den Menschen, denen wir unsere Kinder anvertrauen, so viel weniger Lohn gezahlt wird, als denen, denen wir unser Geld anvertrauen.“

Abschließend bedankt sich der Gewerkschaftspolitiker ausdrücklich für die erfolgreiche Arbeit der GEW und wirbt: „Solidarische Kämpfe können nur in breit aufgestellten Organisationen geführt werden. Wer es also noch nicht ist, sollte dringend Mitglied in einer Gewerkschaft werden, egal wo man beschäftigt ist.“


 

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