Zum Hauptinhalt springen

Frequenzversteigerung des Bundes setzt Thüringens Kultureinrichtungen unter Druck

Der Thüringer Haushalt für 2012 ist gerade frisch eingebracht und die Theater und Orchester bangen noch um eine gesicherte Finanzierung, da eröffnet sich bereits ein neues Problem für die hiesige Kulturszene. Auf Kultureinrichtungen kommen Kosten von mehreren hunderttausend Euro zu, da Mikrofonanlagen kurzfristig ausgetauscht werden müssen.

Bereits im Jahre 2009 hatte der Bund eine Versteigerung jener Funkfrequenzen veranlasst, die zuvor durch die Bundesnetzagentur für drahtlose Mikrofonanlagen an Theater, Film und Fernsehen, aber eben auch an jeden freischaffenden Künstler vergeben wurden. Ziel dieser Versteigerung war, gemäß der Breitbandstrategie der Bundesregierung, die flächendeckende Bereitstellung eines zuverlässigen und schnellen mobilen Breitbandnetzes für ganz Deutschland. Der Bund konnte durch diese Versteigerung einen Erlös von 4,38 Milliarden Euro erzielen. Erste Testgebiete sind bereits mit dem neuen Datennetz ausgestattet, die sukzessive Umstellung in ganz Deutschland läuft nun an.

Da aber ein Parallelbetrieb auf einer Frequenz enorme Störungen verursacht, müssen nun alle drahtlosen Mikrofonanlagen kurzfristig ausgetauscht werden, vor allem jene, die nicht einfach auf die ausgewiesene Ersatzfrequenz umgewidmet werden können. Dies betrifft deutschlandweit etwa 700.000 Geräte. „Vor allem für Theater sind diese Nachrüstungen ein Problem, da meist ein kompletter Umbau der Bühnentechnik erforderlich ist, was natürlich enorme Kosten verursacht“, gibt die kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Dr. Birgit Klaubert, zu bedenken. Das Theater Nordhausen habe zum Beispiel eine Kostenannahme von 50.000 Euro, das Theater Erfurt von 100.000 Euro angegeben. Auch in Ostthüringen ergeben sich immense Kosten. So gibt das Theater Altenburg-Gera einen Aufwand von 193.000 Euro an. Bundesweit werden Umstellungs- und Nachrüstungskosten von bis zu 3 Milliarden Euro erwartet.

„Derartige Kosten für Kultureinrichtungen in kommunaler Trägerschaft können verheerend sein, da sich Thüringer Kommunen ohnehin schon in arger Not befinden und vor dem finanziellen Kollaps stehen“, bemerkte die Kulturpolitikerin Klaubert.
Die Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag wird diese Problematik parlamentarisch begleiten und die Landesregierung auffordern, den Bund für eine gerechte Entschädigung der Endnutzer in die Pflicht zu nehmen.


 

Mehr Themen

Zurück zum Kopf der Seite