Für inklusive sonderpädagogische Förderung Voraussetzungen in Thüringen schaffen
„Vor der inklusiven sonderpädagogischen Förderung, d.h. dem gemeinsamen Unterricht von Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf, müssen die bisher nicht vorhandenen personellen und sächlichen Voraussetzungen an den allgemeinen Schulen geschaffen werden“, fordert Michaele Sojka, bildungspolitische Sprecherin der LINKEN.
„Die Erreichung eines Inklusionsanteils an den allgemeinen Schulen von 85 Prozent bis zum Jahr 2018, heute von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN als Ziel formuliert, ist ehrgeizig und richtig“, so die Abgeordnete weiter. Allerdings sei der längst überfällige und spürbare Ausbau des gemeinsamen Unterrichts von Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf nicht zum Nulltarif zu haben. „Gelingende Inklusion kostet Geld, denn ohne die Schaffung ausreichender personeller und sächlicher Voraussetzungen an den Schulen wird sich dieses gute Ziel in das Gegenteil verkehren“, gibt Frau Sojka zu bedenken und verweist auf die berechtigten Befürchtungen von Schülern, Eltern und Lehrern, dass der Ausbau des gemeinsamen Unterrichts auf ihren Schultern ausgetragen wird. „Sonderpädagogen, sonderpädagogische Fachkräfte und Sozialpädagogen als fester Teil des Stammpersonals einer Schule gehören ebenso als Voraussetzung dazu wie eine ausreichende schulpsychologische Beratung für jede Schule“, sagt die Abgeordnete.
DIE LINKE hat bereits 2008 mit ihrem Entwurf für ein alternatives Schulgesetz, der konsequent auf Inklusion an den Schulen setzt, Vorschläge gemacht. Dabei werden innerhalb schulgesetzlicher Reglungen klar die Voraussetzungen für eine umfassende Inklusion an den Schulen beschrieben, und es wird auf ein separates Förderschulgesetz verzichtet. So sollten u.a. fachkompetent zusammengesetzte Förderausschüsse an den Schulen über die sonderpädagogische Förderung einzelner Schüler beraten und entscheiden. „Gutachten als Entscheidungshilfe dürfen keine zwingende Voraussetzung für die sonderpädagogische Förderung im gemeinsamen Unterricht sein. Und natürlich steht und fällt der Erfolg der inklusiven sonderpädagogischen Förderung mit den an den Schulen zu schaffenden Voraussetzungen“, sagt Frau Sojka abschließend.
