Wo bleibt denn das Kulturkonzept, Herr Minister?
Es war einmal ein Kultusminister, der nach seiner Ernennung im Jahre 2009 ein Kulturkonzept der neuen Landesregierung ankündigte. Viel Zeit ist seither ins Land gegangen. Viele Kulturverbände und -initiativen, gebündelt im Kulturrat, haben sich intensiv mit Zuarbeiten und Handlungsempfehlungen an der Entstehung beteiligt. Bis heute bleibt Minister Matschie allerdings die Erfüllung seines Versprechens schuldig.
Doch kürzlich erst zwitscherte es von den Dächern, das Kulturkonzept sei fertig. Dr. Birgit Klaubert, Kulturpolitikerin der Linksfraktion, wollte daraufhin wissen, wann sie es denn nun auch einmal lesen könne und nutzte die Fragestunde der Plenarsitzung im Landtag. Antworten seitens der Landesregierung gab es allerdings keine. Doch, eine gab es! Nämlich, dass es noch gar kein Kulturkonzept gäbe. „Nur lose Blätter und Schriften“, wusste Staatssekretär Prof. Deufel zu verkünden.
Diese müssten erst einmal durch den Staatssekretär und den Herrn Minister begutachtet werden, bevor sie als Entwurf im Kabinett vielleicht einmal als Kulturkonzept der Landesregierung geboren werden können.
Wann das geschehen soll, weiß niemand. Minister Matschie, der bei der Plenarsitzung gar nicht zugegen war, hätte dabei vermutlich auch nicht weiterhelfen können. Sei’s drum. Status Quo seit 2009 ist also: Thüringen hat kein Kulturkonzept! Wann und ob es vor Ende dieser Legislatur jemals eins haben wird, muss zu diesem Zeitpunkt wohl gründlich in Frage gestellt werden.
„Ich finde es schon ungeheuerlich, dass Herr Matschie die Arbeit der Kulturschaffenden zur Erarbeitung des Kulturkonzeptes so missachtet, in dem er sie einfach aussitzt, anstatt sie endlich zu einem Kulturkonzept zu verarbeiten“, moniert Dr. Klaubert. Dieses Aussitzen und die in der heutigen Plenarsitzung gelebte Intransparenz des Kultusministeriums ist aber vielleicht auch einfach ein Zeichen dafür, welchen Stellenwert Kultur und ihre Akteure für diese Landesregierung (nicht) haben.
