Welttag für menschenwürdige Arbeit
Anlässlich des heutigen Welttages für menschenwürdige Arbeit, den auch die Linksfraktion mit einer Veranstaltung im Thüringer Landtag würdigte, fordert Rainer Kräuter, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, ein gemeinsames Vorgehen gegen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und das solidarische Agieren verschiedenster Partnerinnen und Partner für einen fairen und gerechten Handel sowie entsprechende Arbeitsbedingungen hier und auf der ganzen Welt.
Die heutige Veranstaltung im Landtag, zu der u.a. die Journalistin Caro Lobig über ihre Erfahrungen als eingeschleuste Mitarbeiterin beim Onlinehändler Zalando in Erfurt berichtete, zeigte die Umgangsweisen großer Konzerne mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und wie diese Konzerne es fertigbringen, die Mitbestimmungsrechte massiv zu beschneiden.
Der Gewerkschaftspolitiker bemerkt zu den unhaltbaren Zuständen beim Onlinehändler, aber auch in der Gesellschaft: „Wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer trotz eines oder sogar mehrerer Jobs kein menschenwürdiges Leben führen können; wenn sie im Alter eine Rente bekommen, die nicht zum Leben ausreicht; wenn Überstunden und das Ruinieren der eigenen Gesundheit zum Arbeitsalltag gehören, dann müssen wir, die Politiker der demokratischen Parteien, dieses Thema immer und immer wieder in Angriff nehmen. Und wenn ich sehe, wie vielerorts mit den Grundrechten auf gewerkschaftliche Organisierung umgegangen wird, wie der Schutz durch das Betriebsverfassungsgesetz nur unzureichend genutzt wird, wie mit einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ja sogar ganzen Betrieben umgegangen wird, dann müssen wir den Menschen tatkräftig zur Seite stehen und sie insbesondere an die Gewerkschaften verweisen, die in den vergangenen 150 Jahren schon viel erreicht haben. Mit den bisherigen Erfolgen dürfen wir uns alle jedoch nicht zufriedengeben. Stillstand ist heutzutage genauso wenig eine Lösung wie eh und je.“
Abschließend fordert Rainer Kräuter: „Nicht nur in Thüringen, sondern weltweit brauchen wir für alle Menschen den Zugang zu einer sozialen Grundsicherung, die Teilhabe an Bildung, Kultur und Gesellschaft garantiert, und einen Konsens, der menschenunwürdige Arbeit ächtet. Nur das gemeinsame Vorgehen von Gewerkschaft, Politik und vielen weiteren Partnerinnen und Partnern gegen Ausbeutung der Ärmsten und Armen kann dieses Ziel erreichen.“
