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Weichenstellung für die Stromübertragung der Zukunft für Mensch und Natur verträglich gestalten

Der Wirtschaftsausschuss des Thüringer Landtages hat gestern eine Anhörung zum Thema „380 kV-Leitung durch Thüringen“ vom 18. Mai dieses Jahres ausgewertet. Petra Enders, Landtagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE, kündigt an, zur nächsten Landtagssitzung einen Antrag „Nein zum Neubau einer 380 kV-Leitung über den Thüringer Wald - Umrüstung der bestehenden 380 kV-Leitung Remtendorf-Redwitz mit Hochtemperaturseilen als alternative Technologie“ einzubringen. „Noch ist Zeit, die Weichenstellung für die Stromübertragung der Zukunft für Mensch und Natur verträglich zu gestalten.“

„Was lange währt, muss nicht gut werden“, sagt die Politikerin mit Bezug auf die Anhörung am 18. Mai dieses Jahres. „Nach fast einem halben Jahr hat sich nichts getan. Die Ausschussmehrheit hält an ihrer antiquierten Auffassung von der Notwendigkeit der 380 kV-Leitung durch Thüringen über den Rennsteig nach Bayern fest. Angeblich, um Windstrom von Nord nach Süd zu transportieren. Ich hätte erwartet, dass wenigstens diese Legende zu Grabe getragen wird“, sagt die Frontfrau des seit über vier Jahren anhaltenden Widerstandes gegen diese Trasse und unterstreicht: „Der von den Stromkonzernen, der EU, der Bundesregierung und nun offensichtlich auch mit Unterstützung der Thüringer Landesregierung, forcierte Ausbau der Übertragungsnetze ist nicht alternativlos.“Zum einen geben die Stromkonzerne inzwischen selbst zu, dass z.B. die 380 kV-Leitung Halle-Schweinfurt nicht vorrangig für alternative Energie gebaut werden würde, sondern auch CO2-verseuchter Kohlestrom und lebensgefährlicher Atomstrom durchgeleitet werden sollen, um den profitablen Stromhandel in Schwung zu bringen.

„Dafür darf unsere Region nicht zerstört werden“, wiederholt die Abgeordnete der LINKEN und Bürgermeisterin von Großbreitenbach Forderungen zahlloser Bürgerinitiativen und fügt hinzu: „Wir sind keine Fortschrittsverhinderer. Statt immer neuer Leitungen, müssen vorhandene optimiert werden.“Deutschland habe schon jetzt eines der engmaschigsten Stromnetze der Welt. Insgesamt 1,8 Mio. km, davon 36.000 km Höchstspannungsleitungen, sichern die Stromversorgung. Wenn Kohle- und Atomkraftwerke Zug um Zug durch erneuerbare Energien ersetzt und abgeschaltet werden, würden auch im Übertragungsnetz riesige Kapazitäten frei.„Darüber hinaus setzen wir auf dezentrale Lösungen. Strom muss dort produziert werden, wo er auch verbraucht wird. Und wir setzen auf die Wissenschaft, von der wir in absehbarer Zeit leistungsfähige Speicher und intelligente Stromnetze, so genannte Smartgrids, erwarten. Der Stromverbrauch der Zukunft folgt der Stromerzeugung! Das ist Innovation. Genauso wie es Innovation ist, die weltweit erprobte Technologie der Hochtemperaturseile zur Anwendung zu bringen“, so Petra Enders abschließend.

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