Waldbrand Gösselsdorf: Aufarbeitung im Innenausschuss nötig, Die Linke fordert ehrliche Analyse

Ronald Hande

Angesichts des verheerenden Waldbrands in den Saalfelder Höhen bei Gösselsdorf spricht sich Die Linke im Thüringer Landtag für eine strukturierte und transparente Aufarbeitung des Einsatzgeschehens aus. Die Fraktion regt an, das Thema im zuständigen Innenausschuss des Landtags auf die Tagesordnung zu setzen. „Wir danken den hunderten Einsatzkräften, die unter extrem schwierigen Bedingungen über Tage hinweg gegen die Flammen gekämpft haben, viele von ihnen ehrenamtlich. Dieses großartige Engagement, auch über Ländergrenzen hinweg, verdient unseren höchsten Respekt“, erklärt der innenpolitische Sprecher der Fraktion, Ronald Hande.

 

Bereits die Waldbrände 2019 in Plaue und an der Bleilochtalsperre seien Schlüsselerlebnisse gewesen, die zu wichtigen Verbesserungen in der Thüringer Waldbrandbekämpfung führten. Hande betont: „Über den Landeshaushalt ist es uns gelungen, die Ausrüstung deutlich zu verbessern. Daher sollten wir auch diesmal fragen: Was lief gut? Wo gibt es noch Potenzial? Und wo sind strukturelle Schwächen erkennbar, etwa bei der Ausstattung oder bei der Einbindung lokaler Kräfte?“

 

Der Abgeordnete verweist auf umfangreiche Investitionen in den Brand- und Katastrophenschutz während der Regierungszeit unter linker Führung von 2015 bis 2024, in der man für eine Verdreifachung der Mittel auf über 430 Millionen Euro sorgte. Daraus wurden unter anderem neue Wald-Tanklöschfahrzeuge beschafft, moderne Drohnentechnik eingeführt und die personelle Ausstattung der Feuerwehrschule gestärkt.

 

„Wir wollen genau hinschauen, wie die Alarmierung verlief, wann Hubschrauber angefordert wurden, wie die Einbindung der örtlichen Freiwilligen Feuerwehren erfolgte, wie die Betreuung organisiert war und wo es konkret materielle Verbesserungsmöglichkeiten gibt“, so Hande weiter. Unabhängig vom aktuellen Brandgeschehen sieht Die Linke weiteren grundlegenden Handlungsbedarf, insbesondere bei der Luftunterstützung bei Vegetationsbränden, der digitalen Alarmierung, der Einsatzleitung, der Löschwasserversorgung sowie bei der Entlastung ehrenamtlicher Strukturen. 

 

Der Abgeordnete. „Wir müssen tragfähige, praktikable Lösungen weiterentwickeln und das gemeinsam mit den Einsatzkräften vor Ort, den fachlich Zuständigen im Innenministerium, den Ausbildern, dem Thüringer Feuerwehrverband und idealerweise im Verbund mit unseren Nachbarländern. Da sollte man sich nicht vorher festlegen und sagen: Jedes Bundesland braucht eigene Löschflugzeuge, wenn wir etwa durch eine Drei-Länder-Hubschrauberstaffel zur Brandbekämpfung, ergänzt durch den Einsatz von Löschdrohnen, vielleicht sogar zu wirksameren und verhältnismäßigeren Ergebnissen kommen könnten. Das sollten wir offen prüfen“, so Hande abschließend.

 

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