Verbesserung der Schulpsychologie findet nicht statt
"Seit Jahren fehlen in Thüringen Schulpsychologen. Obwohl im Koalitionsvertrag eine Verbesserung versprochen wurde, bleibt es bei der bisherigen Zahl der Schulpsychologen. Das ist eindeutig Wortbruch", sagt die Bildungspolitikerin der Fraktion DIE LINKE, Michaele Sojka. Thüringen gehöre damit auch weiterhin europaweit zu den Ländern mit der geringsten Unterstützungsquote durch Schulpsychologen.
Trotz der in den letzten Jahren von der SPD immer wieder geforderten Verbesserung der personellen Situation der Schulpsychologie und entsprechender Ankündigungen im Koalitionsvertrag wird es auch im Haushaltsjahr 2010 keinen personellen Zuwachs der Schulpsychologie geben. Damit bleibt Thüringen mit seinen 16 Schulpsychologen in der schulpsychologischen Betreuung der 1026 Schulen nicht nur Schlusslicht in Deutschland. Mit einer Betreuungsrelation von 68 Schulen bzw. 16.500 Schülern pro Schulpsychologe werde Thüringen in Europa nur noch von Malta im Negativ-Ranking überboten.
Angesichts der gerade in Thüringen seit Jahren vernachlässigten psychologischen Beratungsangebote für Lehrer, Schüler und Eltern sei dies nicht weiter hinnehmbar: "Die 16 nach dem Massaker am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt zusätzlich für maximal 2 Jahre eingestellten Schulpsychologen stehen schon lange nicht mehr den Schulen zur Verfügung", konstatiert Frau Sojka.
Die Verbesserung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Schulen sei eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen der angekündigten Veränderungen im Schulsystem. Frau Sojka verweist auf verschiedene Vorhaben, wie Gemeinschaftsschulen, mehr gemeinsamer Unterricht und Ausbau von Ganztagsschulen. "Wer Schulen zur Veränderung anhält, ihnen aber dabei die notwendige Unterstützung versagt, zeigt deutlich, wie wenig ernst er es mit einer Reform des Schulsystems in Thüringen wirklich meint", sagt die Bildungspolitikerin der LINKEN abschließend.
