Thüringen wäre von Schiefergasförderung stark betroffen
Nach der heutigen Sitzung des Umweltausschusses, der sich umfassend mit Gewinnung von Erdgas aus Schieferstein befasst hat, spricht die Umweltpolitikerin der Linksfraktion, Katja Wolf, von nicht zu unterschätzenden Risiken.
Für viele sei der Tagesordnungspunkt zur Schiefergasförderung ein Aha-Erlebnis gewesen. Die Firma BNK Petroleum habe ihr Konzept zur Förderung dieses Gases in Thüringen vorgestellt. Die Muttergesellschaft aus Kanada produziere schon viele Jahre in den USA und habe damit Erfahrungen. Erkundungen fänden auf einem großen Gebiet in Thüringen statt. Von Heiligenstadt bis Jena, von Nordhausen bis tief in den Ilmkreis seien insgesamt elf Landkreise betroffen, eine Fläche von ca. 100 km mal 50 km. Bisher gebe es noch keine Erkundungsbohrungen, diese seien ab 2014 vorgesehen. Zurzeit liefen jedoch umfangreiche Vorarbeiten.
Verhindern könne man die Förderung von so genanntem unkonventionellem Gas wohl kaum noch. „Die Risiken sind jedoch aus Sicht der LINKEN nicht zu unterschätzen. Wir wollen keine Panikmache betreiben, sehen diese Technologie aber kritisch", so Katja Wolf weiter. Sie verweist auf die Technik des hydraulischen Aufbrechens von porösem Gestein im Untergrund, bei der mit einer Flüssigkeit aus verschiedenen Chemikalien und Sand das im Gestein enthaltene Gas im Untergrund gelöst und nach oben befördert wird. Das dabei mögliche Thüringer Gasaufkommen würde auf bis zu zehn Prozent des jährlichen deutschen Bedarfs geschätzt.
Die LINKE befürchtet mit dieser Technologie die langfristige Förderung fossiler Energien. Die Risiken des dabei eingesetzten Chemiecocktails seien nicht abzuschätzen. „Es handelt sich um vorwiegend giftige Stoffe. Außerdem sind die Auswirkungen der Druckerhöhungen im Untergrund nicht immer beherrschbar“, sagt Frau Wolf und fordert „viel mehr den stärkeren Ausbau regenerativer Energien. Wer die Einspeisevergütung für Solarenergie so stark kürzt, aber auf der anderen Seite die Förderung von Schiefergas in Thüringen befürwortet, macht sich unglaubwürdig“. Die Linksfraktion fordert die Behörden auf, keine voreiligen Genehmigungen auszusprechen.
