Teilhabe ermöglichen, statt Bildung beschränken – CDU-Quotenvorschlag für Schulen ist Scheinlösung
„Eine starre Quote von 33 Prozent klingt nach einer vermeintlich einfachen Lösung für fraglos vor Ort bestehende Problemlagen, greift aber zu kurz. Integration gelingt nicht durch willkürlich gezogene Quoten, sondern durch gezielte Förderung von Kindern sowie ausreichend Personal und Ressourcen in den Bildungseinrichtungen. Wer Kinder mit Migrationshintergrund als Problem darstellt, verschiebt die Verantwortung. Dabei sind es Armut, strukturelle Benachteiligung und fehlende Unterstützung, die Bildungschancen einschränken“, erklärt Ulrike Grosse-Röthig, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, zur Forderung der CDU nach einer Obergrenze für Kinder mit Migrationshintergrund an Schulen.
Grosse-Röthig weiter: „Sprachförderung in allen Kindergärten, zusätzliche Lehrkräfte für Deutsch als Zweitsprache und soziale Vielfalt in der Bildungslandschaft sind der Schlüssel für mehr Chancengerechtigkeit. Die Linke setzt sich dafür ein, die bestehende Segregation aufzubrechen.“
Studien warnen klar vor starren Quoten: Sie können Stigmatisierung und Verdrängung verstärken, ohne Ursachen zu beseitigen. „Gute Bildungspolitik braucht keine Zahlengrenzen, sondern politische Lösungen für Wohnungsnot, Ressourcenmangel und soziale Ungleichheit“, so Grosse-Röthig.
Abschließend betont sie: „Lehrkräfte, die individuell fördern können und frühe Sprachbildung fördern, wirken nachhaltiger als jede Quotenregelung.“

