Tarifbindung erkämpfen

Heute wurde das IAB-Betriebspanel - eine jährliche repräsentative Untersuchung zur Entwicklung der Beschäftigung sowie des Arbeits- und Ausbildungsmarktes in Thüringen - vorgelegt.

Der Bericht ist eine weitere gute Grundlage zur Erarbeitung von Schlussfolgerungen auch zur künftigen Fachkräftesicherung, die dem Landtag zur Entscheidung vorgelegt werden sollen. Obwohl die Arbeitsmarktlage im Vergleich zu anderen Bundesländern sehr gut ist, zeigen sich dennoch nicht unerhebliche Differenzen bei Löhnen, prekärer Beschäftigung und betrieblichen  Qualifizierungsstrategien. „Besonders bedauere ich die Tatsache, dass der Anteil der Unternehmen mit Tarifbindung im Freistaat in 2017 erneut gesunken ist. Demnach waren im Jahr 2017 nur 18 Prozent der Unternehmen in Thüringen, bei denen 43 Prozent der Beschäftigten arbeiten, tariflich gebunden“, sagt Ina Leukefeld, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.

Dem schließt sich Rainer Kräuter, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, an und ruft die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf, sich zu organisieren und mit den Mitbestimmungsorganen in den Betrieben endlich diesen Trend zu stoppen. „Tarifbindung kann von Beschäftigten erkämpft werden. Auch wenn dieser Kampf nicht einfach ist, so lohnt er sich doch für alle Beschäftigten im Betrieb – und letztlich auch für die Unternehmen selbst“, sagt Kräuter.
Das sollte besonders für die vielen kleinen Unternehmen, das Handwerk und die Sozialwirtschaft wichtig sein, die gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen brauchen, damit junge Leute Lust haben, dort zu lernen und zu arbeiten. Obwohl die Übernahmequote von Auszubildenden in Thüringen gestiegen ist (sie lag im Jahr 2000 bei 43 Prozent - 2017 waren es 66 Prozent), bleibt festzustellen, dass immer noch ein Drittel von den Ausbildungsunternehmen nicht übernommen wird.
„Das sind vergebene Chancen. Gute Arbeitsbedingungen, faire Entlohnung, Abbau von Leiharbeit und sachgrundlosen Befristungen sowie eine Thüringer Weiterbildungsstrategie und die aktive Gestaltung der Zuwanderung sind wesentliche Aufgaben, um den erheblichen Fachkräftebedarf in vielen Bereichen und die Herausforderungen von Digitalisierung in Zukunft zu sichern“, so Ina Leukefeld abschließend.

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