Studiengebühren sind ein alter Hut!
„Die Forderung der IHK nach der Erhebung von Studiengebühren ist ein alter Hut“, kommentiert Dr. Karin Kaschuba, Sprecherin für Wissenschaftspolitik, den Appell der IHK.
Die aktuellen Zahlen sprechen klar gegen ein solches Ansinnen. „Der erfreuliche und anhaltende Zuzug von Studierenden aus den alten Bundesländern zeigt dies überdeutlich. Die meisten kommen nämlich aus Ländern mit den höchsten Studiengebühren“, begründet Frau Dr. Kaschuba. Studiengebühren seien aus prinzipiellen gesellschafts-, sozial- und bildungspolitischen Gründen abzulehnen.
Die Politikerin weiter: „Sie lösen kein einziges der derzeitigen Probleme und ergeben keinerlei spürbare Effekte für die Hochschulen, sondern verschärfen die Krise des Bildungssystems und berauben Thüringen um einen Standortvorteil. Denn Studiengebühren bedeuten die Privatisierung individueller Bildungschancen und verstärken die soziale Selektion weiter. Zudem verursachen sie volkswirtschaftlichen Schaden, da sie eine indirekte Mitverantwortung für Fachkräftemangel haben.“
Nicht sonderlich überzeugend sei auch, dass die IHK als Beweis eine Studie des Stifterverbandes der Deutschen Wirtschaft anführt. Es sei nur daran erinnert, dass der Stifterverband gemeinsam mit der Bertelsmannstiftung vehement für eine Privatisierung nicht nur der Bildung sondern aller Bereiche der Gesellschaft plädiert. „Anstatt sich Gedanken zu machen, wie man die Hochschulen auch finanziell unterstützt, wird weiter die soziale Spaltung auf Kosten der Schwächsten in der Gesellschaft betrieben“, kritisiert die Abgeordnete der LINKEN. Der Stifterverband trete insofern nicht als „unabhängiger“ Gutachter auf.
